Die Seoul Summit Commitments bezeichnen die Reihe von Sicherheits-, Innovations- und Inklusivitätsverpflichtungen, die beim KI-Gipfel in Seoul 2024 angenommen wurden, der im Mai 2024 stattfand und von den Regierungen Südkoreas und des Vereinigten Königreichs gemeinsam ausgerichtet wurde. Der Gipfel brachte die Seoul-Erklärung und die Ministererklärung von Seoul hervor, die gemeinsam darauf abzielten, die internationale Zusammenarbeit bei der Governance künstlicher Intelligenz voranzutreiben und auf dem früheren KI-Sicherheitsgipfel vom November 2023 aufzubauen. Die Verpflichtungen betonten die Notwendigkeit interoperabler Regulierungsrahmen, einer menschenzentrierten KI-Entwicklung und gemeinsamer Anstrengungen von Regierungen, Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Hintergrund
Der KI-Gipfel in Seoul war das zweite große internationale Treffen, das sich auf KI-Sicherheit konzentrierte, nach dem KI-Sicherheitsgipfel, der im November 2023 im Vereinigten Königreich stattfand. Bei dem früheren Treffen verabschiedeten die teilnehmenden Länder die Bletchley-Erklärung, die die Identifizierung gemeinsamer KI-Sicherheitsrisiken priorisierte. Der Gipfel in Seoul erweiterte diese Agenda, indem er die breitere Bedeutung von KI anerkannte, einschließlich ihres Potenzials für Innovation und Wirtschaftswachstum, während der Fokus auf Sicherheit und Governance erhalten blieb. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol und dem britischen Premierminister Rishi Sunak ausgerichtet, was die Führungsrolle der beiden Länder im globalen KI-Politikdiskurs widerspiegelte.
Bemerkenswerte Teilnehmer
Der Gipfel zog Teilnehmer aus den Führungskräften der Gruppe der Sieben an, darunter die Vereinigten Staaten, Kanada, Frankreich und Deutschland, sowie Südkorea, Singapur und Australien. Vertreter internationaler Organisationen wie der Vereinten Nationen, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Europäischen Union nahmen ebenfalls teil. Zu den Industrievertretern gehörten Tesla-CEO Elon Musk, Samsung-Electronics-Vorsitzender Lee Jae-yong und Führungskräfte großer Technologieunternehmen wie OpenAI, Google, Microsoft, Meta und Südkoreas Naver. Die Präsenz dieser Interessengruppen unterstrich das Ziel des Gipfels, staatliche und privatwirtschaftliche Bemühungen in der KI-Governance zu überbrücken.
Südkoreanisches KI-Sicherheitszentrum
Eine zentrale nationale Verpflichtung des Gipfels war Südkoreas Plan, ein KI-Sicherheitsforschungszentrum einzurichten. Wissenschaftsminister Lee Jong-ho kündigte an, dass das Land beabsichtige, 2024 ein KI-Sicherheitsinstitut zu eröffnen, mit dem Ziel, einem globalen Netzwerk zur Verbesserung der KI-Sicherheit beizutreten. Die Initiative zielte darauf ab, die Zusammenarbeit bei der Entwicklung internationaler Standards für KI zu stärken und Südkorea als proaktiven Beitragenden zur globalen Regulierungslandschaft zu positionieren. Diese Verpflichtung war Teil des breiteren Schwerpunkts der Seoul-Erklärung auf kollaborativen Sicherheitsmaßnahmen.
Seoul-Erklärung für sichere, innovative und inklusive KI
Die Seoul-Erklärung wurde von Führungskräften der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs, Australiens, Kanadas, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans, Südkoreas und Singapurs angenommen. Die Erklärung verpflichtete diese Nationen, internationale Zusammenarbeit zu fördern, um KI-Governance-Rahmenwerke zu entwickeln, die über Länder hinweg interoperabel sind. Sie integrierte ausdrücklich den Hiroshima-Prozess-Verhaltenskodex für Organisationen, die fortschrittliche KI-Systeme entwickeln, der freiwillige Leitlinien für KI-Entwickler bietet. Die Erklärung befürwortete auch eine menschenzentrierte KI-Entwicklung, die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft umfasst, um sicherzustellen, dass KI-Technologien mit demokratischen Werten und gesellschaftlichem Wohlbefinden übereinstimmen.
Ministererklärung von Seoul zur Förderung der KI-Sicherheit
Beim begleitenden Ministertreffen zum Gipfel wurde eine gemeinsame Erklärung von Ministern einer breiteren Gruppe von Ländern angenommen, darunter Australien, Kanada, Chile, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kenia, Mexiko, die Niederlande, Nigeria, Neuseeland, die Philippinen, Südkorea, Ruanda, Saudi-Arabien, Singapur, Spanien, die Schweiz, die Türkei, die Ukraine, die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten sowie ein Vertreter der Europäischen Union. Die Ministererklärung von Seoul forderte die Verbesserung von Sicherheit, Innovation und Inklusivität von KI-Technologien. Ein bemerkenswerter Schwerpunkt war die Entwicklung von Chips mit geringem Stromverbrauch, als Reaktion auf die rasche Expansion der KI-Industrie und ihren erwarteten massiven Energieverbrauch. Dieser technische Schwerpunkt hob die Notwendigkeit einer nachhaltigen KI-Infrastruktur neben regulatorischen Maßnahmen hervor.
Globale KI-Gipfelreihe
Der Gipfel in Seoul war Teil einer laufenden Reihe globaler KI-Gipfel, die mit dem Treffen in Bletchley Park 2023 begann. Die Reihe zielt darauf ab, einen kontinuierlichen Dialog zwischen Nationen über KI-Governance zu schaffen, wobei nachfolgende Treffen geplant sind, um auf den in Seoul eingegangenen Verpflichtungen aufzubauen. Die Ergebnisse des Gipfels in Seoul, insbesondere die Seoul-Erklärung und die Ministererklärung, wurden so konzipiert, dass sie in zukünftige Diskussionen einfließen und sicherstellen, dass KI-Sicherheit und -Innovation auf der internationalen Agenda bleiben. Die Reihe spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, dass KI-Herausforderungen transnational sind und koordinierte Antworten erfordern.