Aus dem Englischen übersetzt

Der SoftBank Vision Fund ist ein 2017 gegründeter Risikokapitalfonds, der von SoftBank Investment Advisers verwaltet wird und über ein Kapital von mehr als 100 Milliarden US-Dollar verfügt, was ihn zum weltweit größten technologieorientierten Investmentfonds macht.

Der SoftBank Vision Fund ist ein im Mai 2017 von der SoftBank Group und dem Public Investment Fund (PIF) aus Saudi-Arabien gegründeter Risikokapitalfonds. Er wird von SoftBank Investment Advisers, einer Tochtergesellschaft der SoftBank Group, verwaltet und gilt mit einem Anfangskapital von über 100 Milliarden US-Dollar als der weltweit größte technologieorientierte Investmentfonds. Der Fonds wurde geschaffen, um in Unternehmen zu investieren, die Technologien im Einklang mit globalen Künstliche-Intelligenz-Trends in Sektoren wie Finanzen und Transport entwickeln. Ein zweites Vehikel, der SoftBank Vision Fund 2, wurde 2019 gegründet.

Die Gründung des Fonds wurde maßgeblich von Masayoshi Son, dem Gründer der SoftBank Group, vorangetrieben, der die Absicht äußerte, Unternehmen zu unterstützen, die Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz vorantreiben. Das Projekt trug intern den Codenamen „Project Crystal Ball“. Das Anfangskapital wurde mit einem Beitrag von 45 Milliarden US-Dollar des PIF, 28 Milliarden US-Dollar von SoftBank, 15 Milliarden US-Dollar der Mubadala Investment Company und dem Rest von anderen Investoren, darunter Apple, aufgebracht.

Geschichte

Die frühen Jahre des Vision Fund waren von bedeutenden Schritten bei börsennotierten Aktien geprägt. Anfang Februar 2019 hielt der Fonds eine Position von 4,9 % an der Nvidia-Aktie, musste jedoch alle Anteile aufgrund eines anhaltenden Kursverfalls verkaufen, der die Gesamtperformance gefährdete. Über sechs Monate hinweg nutzte der Fonds eine Collar-Strategie um seine Nvidia-Bestände, die ihn vor einem Rückgang schützte, der im Oktober 2018 begann, aber die Gewinnmöglichkeiten nach oben begrenzte. Der Fonds erzielte mit dieser Investition eine Rendite von 3,3 Milliarden US-Dollar. Der Ausstieg erfolgte vor der rasanten Transformation von Nvidia zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt; bis Juni 2024 überstieg der Marktwert dieser Aktien 150 Milliarden US-Dollar, was Son zu der Bemerkung veranlasste, „der Fisch, der entkommen ist, war groß“.

Im Januar 2020 begannen mehrere von SoftBank finanzierte Startups, darunter Getaround, Oyo, Rappi, Katerra und Zume, Personal abzubauen. Im Februar 2020 erwarb der aktivistische Hedgefonds Elliott Management einen Anteil von 2,5 Milliarden US-Dollar an SoftBank und drängte auf Umstrukturierung und Transparenz in Bezug auf den Vision Fund. Da viele Portfoliounternehmen unterdurchschnittlich abschnitten und es zu spektakulären Fehlschlägen wie dem Rückkauf von WeWork nach dessen gescheitertem Börsengang kam, sank das Vertrauen der Anleger. Im Mai 2020 gab SoftBank bekannt, dass der Vision Fund einen Verlust von 18 Milliarden US-Dollar erlitten hatte, was zu Entlassungen von 15 % der 500 Mitarbeiter des Fonds führte. Infolgedessen sammelte der Vision Fund 2 weniger als die Hälfte seines Ziels von 108 Milliarden US-Dollar ein, wobei die gesamte Finanzierung von SoftBank selbst stammte, nachdem keine externen Zusagen gesichert werden konnten.

Im Mai 2021 gab SoftBank bekannt, dass der gesamte beizulegende Zeitwert beider Fonds zum 31. März 2021 154 Milliarden US-Dollar betrug, mit einem Rekordgewinn von 36,99 Milliarden US-Dollar, der durch die Investition in Coupang erzielt wurde. SoftBank stockte den Vision Fund 2 daraufhin auf 30 Milliarden US-Dollar auf und plante, sich weiterhin selbst zu finanzieren. Ebenfalls im Mai 2021 berichtete Bloomberg, dass der Vision Fund über eine 300 Millionen US-Dollar schwere SPAC in Amsterdam an die Börse gehen könnte.

Im Jahr 2022 verzeichnete der Vision Fund einen Rekordverlust von 3,5 Billionen Yen (27,4 Milliarden US-Dollar) für das am 31. März 2022 endende Geschäftsjahr, da die Aktienbewertungen einbrachen. Zu den fehlgeschlagenen Investitionen gehörten Katerra, Wirecard und Zymergen, was Kritik an unzureichender Sorgfaltspflicht hervorrief. Im Juli 2022 kündigte CEO Rajeev Misra an, sich aus der Verwaltung des Vision Fund 2 zurückzuziehen, weitere Führungskräfte verließen das Unternehmen im selben Jahr. Im August 2022 gab der Fonds einen Verlust von 23,1 Milliarden US-Dollar für das April-Juni-Quartal bekannt und plante Personalkürzungen. Masayoshi Son sagte, er sei „verlegen“ und „beschämt“ über die Performance, und Medien beschrieben den Fonds als gescheitertes Experiment und als kaputtes Geschäftsmodell.

Anfang 2023 investierte der Fonds im Oktober-Dezember-Quartal nur noch 300 Millionen US-Dollar in Startups, ein Rückgang von mehr als 90 % gegenüber dem Vorjahr. Im Mai 2023 gab SoftBank einen Rekordverlust von 32 Milliarden US-Dollar für das im März 2023 endende Geschäftsjahr bekannt. Im November 2024 trat Misra formell zurück, sein Nachfolger wurde Alex Clavel.

Geschäftsüberblick

Der SoftBank Vision Fund wird von SoftBank Investment Advisers verwaltet, während der Vision Fund 2 von SoftBank Global Advisors verwaltet wird, beides Tochtergesellschaften der SoftBank Group. Das Investmentteam des Unternehmens bewertet und wählt Unternehmen aus, wobei es sich bei den Investitionen meist um Risikokapital oder Private-Equity-Arten handelt. Die meisten Investitionen in Unternehmen im Silicon Valley übersteigen 100 Millionen US-Dollar. SoftBank Investment Advisers hat seinen Hauptsitz in London, mit weiteren Hauptbüros im Silicon Valley und in Tokio sowie Niederlassungen in Abu Dhabi, Hongkong, Mumbai, Riad, Shanghai und Singapur.

Nennenswerte Investitionen

Das Portfolio des Fonds umfasste Sektoren wie Fahrdienste, Immobilien und Technologie. Zu den nennenswerten Investitionen gehören Waymo im Bereich des autonomen Fahrens, Figure AI in der Robotik und OpenAI im Bereich der generativen KI. Außerdem unterstützte er Unternehmen wie Arm Holdings, einen Chipdesigner, sowie verschiedene KI-fokussierte Startups wie Inflection AI und Sanctuary AI. Diese Investitionen spiegeln den Fokus des Fonds auf maschinelles Lernen und Deep Learning wider.

Auswirkungen und Kritik

Die Größe und Strategie des Vision Fund haben sowohl Lob als auch Kritik hervorgerufen. Seine großen Kapitalspritzen veränderten die Dynamik der Startup-Finanzierung, ermöglichten oft schnelles Wachstum, führten aber auch zu Bedenken hinsichtlich einer Überbewertung. Kritiker haben auf unzureichende Sorgfaltspflicht und die Abhängigkeit von der Theorie des größeren Narren hingewiesen, während Befürworter seine Rolle bei der Förderung der KI-Infrastruktur hervorheben. Die Volatilität der Performance des Fonds, insbesondere die Verluste in den Jahren 2022-2023, hat Debatten über die Nachhaltigkeit von Mega-Fonds im Technologieinvestitionsbereich ausgelöst.

Referenzen

Quellenfakten von Wikipedia (CC BY-SA).

Offizielle Website.

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