Aus dem Englischen übersetzt

Sarah T. Roberts (geboren am 2. September 1975) ist eine Professorin und Wissenschaftlerin, die sich auf die Inhaltsmoderation in sozialen Medien spezialisiert hat und für die Prägung des Begriffs „kommerzielle Inhaltsmoderation“ (CCM) bekannt ist. Sie verfasste das Buch „Behind the Screen: Content Moderation in the Shadows of Social Media“.

Sarah T. Roberts (geboren am 2. September 1975) ist eine Professorin, Autorin und Wissenschaftlerin, die sich auf die Inhaltsmoderation sozialer Medien spezialisiert hat. Sie ist Expertin für Internetkultur, soziale Medien, digitale Arbeit und die Überschneidungen von Medien und Technologie. Roberts prägte den Begriff „kommerzielle Inhaltsmoderation" (CCM), um die Arbeit bezahlter Inhaltsmoderatoren zu beschreiben, die gesetzliche Richtlinien und Standards regulieren. Sie schrieb das Buch Behind the Screen: Content Moderation in the Shadows of Social Media.

Roberts ist außerordentliche Professorin an der University of California, Los Angeles (UCLA), wo sie gemeinsam mit Safiya Noble das Center for Critical Internet Inquiry (C2i2) leitet. Ihre Forschung hat das öffentliche Bewusstsein für die verborgene Arbeit hinter Social-Media-Plattformen geschärft, und ihre Arbeit wurde in Medien wie Wired, The New Yorker, The Guardian und The New York Times vorgestellt.

Frühes Leben und Ausbildung

Roberts wuchs in Madison, Wisconsin, auf und besuchte die Madison West High School. 1997 erhielt sie einen B.A. von der University of Wisconsin-Madison, wo sie einen Doppelabschluss in französischer und spanischer Sprache und Literatur machte und ein Zertifikat in Frauenstudien erwarb. 2007 schloss sie einen M.A. in Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der iSchool der University of Wisconsin-Madison ab. 2014 promovierte Roberts in Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der University of Illinois at Urbana–Champaign mit einer Dissertation mit dem Titel Behind the Screen: The Hidden Digital Labor of Commercial Content Moderation, die von Linda C. Smith betreut wurde.

Karriere

Von 2013 bis 2016 war Roberts Assistenzprofessorin an der University of Western Ontario in der Fakultät für Informations- und Medienstudien. 2016 wechselte sie als Assistenzprofessorin an die University of California, Los Angeles in die Graduate School of Education and Information Studies. 2020 erhielt sie eine Festanstellung (Tenure) und wurde zur außerordentlichen Professorin befördert.

Roberts' Forschung konzentriert sich auf kommerzielle Inhaltsmoderation (CCM), die Informationsarbeit und die Arbeitskräfte sowie die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der weit verbreiteten Internetnutzung. Ihre Arbeit war maßgeblich daran beteiligt, die Bedingungen von Inhaltsmoderatoren ins Bewusstsein zu rücken, die häufig psychologischen und emotionalen Herausforderungen ausgesetzt sind. Im Rahmen ihrer Arbeit beriet sie die Dokumentation The Cleaners aus dem Jahr 2018, die das Leben von Inhaltsmoderatoren untersuchte.

2019 wurde Roberts' Buch Behind the Screen: Content Moderation in the Shadows of Social Media von Yale University Press veröffentlicht. Es ist die erste ethnografische Studie in Buchlänge über kommerzielle Inhaltsmoderatoren. Das Buch erhielt positive Kritiken, unter anderem von der Los Angeles Review of Books. Gemeinsam mit Safiya Noble leitet Roberts das Center for Critical Internet Inquiry (C2i2) an der UCLA. 2019 erhielt sie ein Stipendium der National Science Foundation (NSF), um ihre Forschung zu CCM fortzusetzen.

Auszeichnungen und Anerkennung

Roberts hat mehrere Auszeichnungen für ihre Beiträge zum Verständnis digitaler Arbeit und Inhaltsmoderation erhalten. 2009 war sie Google Policy Fellow bei der American Library Association in Washington, D.C. 2018 erhielt sie den Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation (EFF) für ihre bahnbrechende Forschung zur Inhaltsmoderation. Im selben Jahr wurde sie zur Carnegie Fellow ernannt.

Ausgewählte Werke und Veröffentlichungen

Roberts hat zahlreiche Werke verfasst und mitverfasst, die das Feld der Internetstudien geprägt haben. Ihre Dissertation (2014) legte das Fundament für ihr späteres Buch. Sie hat Kapitel zu Sammelbänden beigetragen, darunter The Intersectional Internet: Race, Sex, Class and Culture Online (2016) und Pics or It Didn't Happen: Images Banned from Instagram (2016). Ihre Artikel sind in Fachzeitschriften wie Library Trends, Wi: Journal of Mobile Media und First Monday erschienen. Sie hat auch für populäre Medien wie The Atlantic, Maclean's und Slate geschrieben.

Beteiligung an Dokumentationen

Roberts war an der Dokumentation Backlash: Misogyny in the Digital Age (französisch: Je vous salue salope: la misogynie au temps du numérique) aus dem Jahr 2022 beteiligt, die von Léa Clermont-Dion und Guylaine Maroist inszeniert wurde. Der Film untersucht Online-Frauenfeindlichkeit und ihre Auswirkungen und stützt sich auf Roberts' Expertise in digitaler Kultur und Moderation.

Wirkung und Vermächtnis

Roberts' Prägung des Begriffs „kommerzielle Inhaltsmoderation" ist zu einem Standardbegriff in akademischen und branchenbezogenen Diskussionen geworden. Ihre Forschung hat die oft unsichtbare Arbeit von Moderatoren hervorgehoben, die täglich damit beauftragt sind, Plattformrichtlinien durchzusetzen. Indem sie die Aufmerksamkeit auf die psychologischen Belastungen und ethischen Implikationen dieser Arbeit lenkte, hat Roberts Debatten über künstliche Intelligenz und Automatisierung in der Inhaltsmoderation sowie über die Verantwortlichkeiten von Social-Media-Unternehmen beeinflusst.

  • Offizielle Website
  • Sarah Roberts an der UCLA Graduate School of Education and Information Studies
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