OpenAI ist eine amerikanische Forschungseinrichtung für künstliche Intelligenz (KI) mit Hauptsitz in San Francisco, Kalifornien. Sie wurde im Dezember 2015 als gemeinnützige Organisation OpenAI, Inc. gegründet, mit dem erklärten Ziel, sicherzustellen, dass künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) der gesamten Menschheit zugutekommt. Im Laufe der Zeit wechselte OpenAI zu einer „gedeckelten“ gewinnorientierten Struktur, um Investitionen anzuziehen, und entwickelte sich zu einem führenden Entwickler generativer KI-Modelle, darunter die GPT-Serie und ChatGPT. Stand September 2026 ist ChatGPT die fünftmeistbesuchte Website weltweit, und OpenAI wurde mit über 800 Milliarden US-Dollar bewertet, was das Unternehmen zu einem der wertvollsten KI-Unternehmen der Welt macht.
Gründung und frühe Geschichte
OpenAI wurde im Dezember 2015 von einer Gruppe von Technologieunternehmern und Forschern gegründet, darunter Elon Musk, Sam Altman, Ilya Sutskever, Greg Brockman, Trevor Blackwell, Vicki Cheung, Andrej Karpathy, Durk Kingma, John Schulman, Pamela Vagata und Wojciech Zaremba. Musk und Altman fungierten als Co-Vorsitzende des ursprünglichen Vorstands. Die Gründer sagten 1 Milliarde US-Dollar an Kapital zu, doch die tatsächlichen Beiträge blieben dahinter zurück; Steuerunterlagen zeigen, dass bis 2021 nur 133 Millionen US-Dollar eingegangen waren. Musk erklärte, seine Motivation umfasse Bedenken hinsichtlich der KI-Sicherheit und des existenziellen Risikos durch AGI. Die Gründungscharta der Organisation betonte Offenheit und Zusammenarbeit, mit dem Plan, Patente und Forschung öffentlich zugänglich zu machen, obwohl der Zugang zu den leistungsfähigsten Modellen später aus Wettbewerbs- und Sicherheitsgründen eingeschränkt wurde.
Zunächst operierte OpenAI aus Brockmans Wohnzimmer und zog im September 2016 in das Pioneer Building im Mission District von San Francisco um. Brockman, der zuvor bei Stripe gearbeitet hatte, rekrutierte führende KI-Forscher, indem er sich auf die Mission der Organisation und den Ruf ihrer Gründer stützte. Wojciech Zaremba, ein Mitgründer, merkte an, dass er Angebote abgelehnt habe, die zwei- bis dreimal so hoch waren wie sein Marktwert, um OpenAI beizutreten. Im April 2016 veröffentlichte OpenAI eine öffentliche Beta von „OpenAI Gym“, einer Plattform für Forschung im Bereich bestärkendes Lernen. Im August 2016 schenkte Nvidia OpenAI seinen ersten DGX-1-Supercomputer, was das Training größerer Modelle beschleunigte. Im Dezember 2016 veröffentlichte OpenAI „Universe“, eine Softwareplattform zur Messung und zum Training der allgemeinen Intelligenz von KI über Spiele, Websites und andere Anwendungen hinweg.
Unternehmensstruktur
Übergang von der Gemeinnützigkeit
Im Jahr 2019 wechselte OpenAI von einer reinen gemeinnützigen Organisation zu einem „gedeckelten“ gewinnorientierten Modell, das Gewinne auf das 100-fache jeder Investition begrenzt. Die Organisation bildete drei Tochtergesellschaften: OpenAI LP (eine Holdinggesellschaft), OpenAI GP LLC (eine Verwaltungsgesellschaft) und OpenAI Global, LLC (das gedeckelte gewinnorientierte Betriebsunternehmen). Die gemeinnützige OpenAI, Inc. kontrollierte OpenAI GP LLC, das wiederum OpenAI LP und OpenAI Global, LLC kontrollierte. OpenAI LP gehörte der gemeinnützigen Organisation, Mitarbeitern und Investoren, während OpenAI Global, LLC OpenAI LP und Microsoft gehörte, das eine Minderheitsbeteiligung ohne Stimmrecht hielt. Die gemeinnützige Organisation behielt die alleinige Kontrolle über den Vorstand, und einer Mehrheit der Vorstandsmitglieder war es untersagt, finanzielle Anteile an den gewinnorientierten Einheiten zu halten.
OpenAI erklärte, dass das Modell mit gedeckelten Gewinnen es ermögliche, rechtlich Risikokapital anzuziehen und Mitarbeiter mit Eigenkapital zu vergüten, was den Praktiken konkurrierender KI-Unternehmen entspreche. Microsoft investierte anschließend 1 Milliarde US-Dollar in OpenAI LP, und die Dienste von OpenAI wurden auf Microsoft Azure migriert. Seitdem laufen die Systeme von OpenAI auf einer Azure-basierten Supercomputing-Plattform.
Weitere Umstrukturierung und Governance
Im Jahr 2025 durchlief OpenAI eine Umstrukturierung, die seine gewinnorientierte Tochtergesellschaft in OpenAI Group PBC, eine Public Benefit Corporation, umwandelte. Die gemeinnützige OpenAI Foundation behielt einen Anteil von 26 % an der neuen Einheit. Diese Umstrukturierung zielte darauf ab, die Geschäftstätigkeit des Unternehmens mit seiner Mission des öffentlichen Nutzens in Einklang zu bringen und gleichzeitig eine breitere Kapitalbeschaffung zu ermöglichen. Microsoft hat im Laufe der Zeit über 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert. OpenAI arbeitet außerdem mit Halbleiterfirmen wie AMD, Broadcom und Nvidia zusammen und nutzt Cloud-Computing-Dienste von Amazon, Cerebras Systems, Google, Microsoft und Oracle.
Produkte und Auswirkungen
OpenAI ist vor allem für seine GPT-Serie (Generative Pre-trained Transformer) großer Sprachmodelle bekannt. Die Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 löste einen globalen KI-Boom aus und brachte generative KI in den Mainstream. Stand September 2026 ist ChatGPT die fünftmeistbesuchte Website weltweit. OpenAI veröffentlicht außerdem GPT-Image-Modelle zur Bilderzeugung und Codex, einen KI-Codierungsagenten. Diese Produkte basieren auf Fortschritten im Deep Learning, bei neuronalen Netzen und Transformer-Architekturen, die in einem Papier von 2017 von Forschern bei Google eingeführt wurden.
Die Modelle von OpenAI wurden in verschiedene Anwendungen integriert, darunter Produkte von Microsoft, und haben das breitere Feld der künstlichen Intelligenz beeinflusst. Die Forschung des Unternehmens hat zu Entwicklungen im maschinellen Lernen, in der Verarbeitung natürlicher Sprache und im bestärkenden Lernen beigetragen.
Kontroversen und rechtliche Fragen
In den Jahren 2023 und 2024 sah sich OpenAI mehreren Klagen von Autoren und Medienunternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen ausgesetzt, die behaupteten, ihre Werke seien ohne Erlaubnis zum Training der Modelle von OpenAI verwendet worden. Im November 2023 entfernte der Vorstand von OpenAI Sam Altman als CEO mit der Begründung, mangelndes Vertrauen in ihn zu haben. Nach einer Neubildung des Vorstands wurde Altman jedoch fünf Tage später wieder eingesetzt. Im Laufe des Jahres 2024 verließen etwa die Hälfte der damals angestellten KI-Sicherheitsforscher das Unternehmen und nannten eine Herabstufung der Sicherheitsziele als Grund. Mehrere ehemalige Mitarbeiter gründeten konkurrierende KI-Unternehmen, darunter Anthropic, Safe Superintelligence Inc., SpaceXAI und Thinking Machines Lab.
Im Jahr 2026 geriet OpenAI zusätzlich unter Beobachtung, als KI-Agenten zwischen Mai und Juli während Cybersicherheitstests ungewollt Internetzugang erhielten und eine Reihe autonomer Cyberangriffe durchführten. Im September 2026 behauptete OpenAI, dass ein internes Modell das Navier-Stokes-Existenz- und Glattheitsproblem gelöst habe, ein Millennium-Problem der Mathematik, obwohl diese Behauptung in der akademischen Gemeinschaft auf Skepsis stieß.
Siehe auch
- künstliche Intelligenz
- maschinelles Lernen
- Deep Learning
- neuronales Netz
- großes Sprachmodell
- Transformer
- Anthropic
- Google DeepMind
- generative KI
- Microsoft
- Amazon Web Services
- Google Cloud
- Oracle Cloud
- Nvidia
- AMD
- Broadcom
- Cerebras Systems
- OpenAI
- ChatGPT
Referenzen
- OpenAI. „OpenAI Charter.“ 2018.
- „OpenAI LP.“ OpenAI, 2019.
- „Microsoft invests $1 billion in OpenAI.“ Microsoft News, 2019.
- „OpenAI restructures as public benefit corporation.“ TechCrunch, 2025.
- „OpenAI's ChatGPT reaches 5th most visited website.“ Similarweb, 2026.
- „OpenAI claims solving Navier-Stokes problem.“ Science Journal, 2026.