Die Cambridge AI Research bezeichnet die akademische Erforschung von künstlicher Intelligenz und KI-Ausrichtung an der University of Cambridge. Die Universität beherbergt mehrere interdisziplinäre Forschungsgruppen, die sich auf maschinelles Lernen, KI-Sicherheit und die gesellschaftlichen Auswirkungen von KI konzentrieren. Zu diesen Gruppen gehören das Leverhulme Centre for the Future of Intelligence (LCFI), gegründet 2016, und das Cambridge Centre for AI in Medicine (CCAIM), etabliert 2020. Forscher in Cambridge haben zu grundlegenden KI-Konzepten beigetragen, einschließlich der Entwicklung der Transformer-Architektur, und haben einflussreiche Arbeiten zu KI-Ethik und Governance veröffentlicht.
Frühe Beiträge und der Transformer
Im Jahr 2017 arbeiteten Forscher der University of Cambridge, darunter Jakob Uszkoreit und Llion Jones, mit Google zusammen, um die Transformer-Architektur zu entwickeln, die in der Arbeit "Attention Is All You Need" vorgestellt wurde. Diese Architektur wurde zur Grundlage moderner großer Sprachmodelle wie der GPT-Serie von OpenAI und Chinchilla von Google DeepMind. Die Machine-Learning-Gruppe in Cambridge, geleitet von Professoren wie Christopher Bishop, ist seit den 1990er Jahren aktiv und produziert Forschung zu neuronalen Netzen und Deep Learning. Bishops Lehrbuch "Pattern Recognition and Machine Learning", veröffentlicht 2006, wird in Graduiertenprogrammen weit verbreitet eingesetzt.
Leverhulme Centre for the Future of Intelligence
Das Leverhulme Centre for the Future of Intelligence (LCFI) wurde 2016 mit einem Zuschuss des Leverhulme Trust gegründet. Es ist ein interdisziplinäres Zentrum, das Philosophen, Informatiker und Sozialwissenschaftler zusammenbringt, um die langfristigen Auswirkungen von KI zu untersuchen. Das LCFI hat Berichte zur KI-Ethik veröffentlicht, wie "The Malicious Use of Artificial Intelligence" (2018), das mit Forschern von OpenAI und dem Center for Human-Compatible AI verfasst wurde. Das Zentrum wird von Stephen Cave geleitet und hat jährliche Konferenzen zur KI-Sicherheit veranstaltet, einschließlich der Veranstaltung "AI and the Future of Humanity" im Jahr 2019.
Cambridge Centre for AI in Medicine
Im Jahr 2020 gründete die University of Cambridge das Cambridge Centre for AI in Medicine (CCAIM), um maschinelles Lernen auf das Gesundheitswesen anzuwenden. Das Zentrum wird gemeinsam von Mihaela van der Schaar und Andrew Lloyd Brown geleitet. Das CCAIM hat KI-Modelle zur Vorhersage von Patientenergebnissen entwickelt, wie eine Studie von 2021, die Deep Learning zur Vorhersage der Sterblichkeit bei COVID-19-Patienten verwendete. Das Zentrum kooperiert mit Nokia Bell Labs und Samsung Research an Projekten, die neuronale Netze für die medizinische Bildgebung betreffen.
KI-Ausrichtung und Ethikforschung
Cambridge ist ein Zentrum für KI-Ausrichtungsforschung, das sich darauf konzentriert, sicherzustellen, dass Systeme der künstlichen Intelligenz sicher und ethisch handeln. Im Jahr 2019 startete die Universität das Centre for the Study of Existential Risk (CSER), das katastrophale Risiken durch KI untersucht. CSER-Forscher, darunter Huw Price und Seán Ó hÉigeartaigh, haben Arbeiten zur KI-Governance veröffentlicht, wie "The Role of International Cooperation in AI Safety" (2020). Cambridge beherbergt auch die Forschungsgruppe AI Ethics and Society, die Verzerrungen in Machine-Learning-Algorithmen und die gesellschaftlichen Auswirkungen von generativer KI untersucht.
Bemerkenswerte Forscher und Kooperationen
Mehrere prominente KI-Forscher waren mit Cambridge verbunden. Jakob Uszkoreit und Llion Jones sind Alumni, die später bei Google DeepMind arbeiteten. Christopher Bishop ist Professor in Cambridge und hat auch eine Position bei Microsoft Research inne. Mihaela van der Schaar ist Professorin für maschinelles Lernen und Fellow der Royal Society. Cambridge hat mit Anthropic an KI-Sicherheitsforschung zusammengearbeitet, einschließlich eines Workshops zur Interpretierbarkeit im Jahr 2023. Die Universität ist auch Mitglied des Open-Panel-Konsortiums, das offene Forschung in der KI fördert. Im Jahr 2022 ging Cambridge eine Partnerschaft mit Arm Holdings ein, um das Cambridge Centre for AI and Robotics zu gründen, das sich auf Neuronale-Netz-Hardware konzentriert.
Auswirkungen und zukünftige Richtungen
Die Cambridge AI Research hat sowohl die akademische als auch die industrielle KI beeinflusst. Die Transformer-Architektur, die mit Beteiligung von Cambridge entwickelt wurde, ist zum Standard für große Sprachmodelle geworden. Die Arbeit des LCFI zur KI-Ethik hat politische Diskussionen bei der Europäischen Union und den Vereinten Nationen informiert. Die medizinischen KI-Modelle des CCAIM werden in klinischen Umgebungen getestet, mit einer Studie im Jahr 2023 am Addenbrookes Hospital. Ab 2024 erweitert Cambridge weiterhin seine KI-Programme, einschließlich eines neuen Masterstudiengangs in KI-Ethik und einer Forschungsinitiative zur KI-Ausrichtung mit OpenAI und Google DeepMind. Der interdisziplinäre Ansatz der Universität stellt sicher, dass die KI-Forschung in Cambridge sowohl technische als auch gesellschaftliche Herausforderungen adressiert.