Aus dem Englischen übersetzt

Yossi Vardi ist ein israelischer Unternehmer und Angel-Investor, bekannt für frühe Investitionen in Internet-Startups, einschließlich des ICQ-Erfinders Mirabilis, sowie für die Förderung einer Innovationskultur durch Veranstaltungen wie Kinnernetund die DLD-Konferenz.

Joseph „Yossi“ Vardi (geboren am 2. September 1942) ist ein israelischer Unternehmer und Investor, der für seine Rolle in der frühen Entwicklung des israelischen High-Tech-Sektors und der Internetbranche bekannt ist. Über mehr als 47 Jahre war er an der Gründung und Entwicklung von über 85 High-Tech-Unternehmen in den Bereichen Software, Energie, Internet, Mobilfunk, Elektrooptik und Wassertechnologie beteiligt.

Vardi ist vor allem als Gründungsinvestor von Mirabilis bekannt, dem Unternehmen hinter ICQ, der ersten webbasierten Instant-Messaging-Anwendung. Seine Anlagestrategie konzentriert sich auf die frühe „Angel“-Finanzierung, und er hat zahlreiche Startups mitaufgebaut, von denen viele von großen Konzernen übernommen wurden oder an die Börse gingen.

Frühes Leben und Ausbildung

Vardi wurde in Tel Aviv geboren. Er studierte am Technion in Haifa und erwarb einen B.Sc. in Industriemanagement-Ingenieurwesen. Später erlangte er einen M.Sc. in Operations Research und einen D.Sc., wobei seine Dissertation mit dem Kennedy-Leigh-Preis ausgezeichnet wurde. Er ist mit Talma verheiratet und hat drei Kinder, darunter Arik, der Mitbegründer von ICQ.

Karrierebeginn und öffentlicher Dienst

1969, im Alter von 26 Jahren, war Vardi Mitbegründer von TEKEM, einer Abkürzung für „Technologia Mitkademet“, und diente als dessen erster CEO. Später wurde er zum Direktor der Investitionsbehörde in Nordamerika und zum Wirtschaftskonsul am israelischen Konsulat in New York ernannt, wo er zur Gründung der Israel-US Binational Industrial Research and Development Foundation (BIRD-F) beitrug.

Nach seiner Rückkehr nach Israel wurde er der erste Generaldirektor des Energieministeriums, leitete die Israel National Oil Company und war Mitglied des Vorstands von Oil Refineries Ltd. Während seiner Amtszeit entdeckte und entwickelte Israel Ölfelder im Golf von Suez. Er war Mitbegründer von Alon oil, International Laser Technologies, Granite Hacarmel und anderen Unternehmen und hält ein Patent auf Instant Messaging auf Telefonen.

Anlagestrategie und Mirabilis

Seit 1996 konzentriert sich Vardi auf die Gründung junger Internetunternehmen. In diesem Jahr wurde er Gründungsinvestor von Mirabilis, das ICQ veröffentlichte, die erste Instant-Messaging-Anwendung im Web. Mirabilis, das praktisch keine Einnahmen hatte, wurde nur 19 Monate nach der Produktveröffentlichung für über 400 Millionen Dollar an AOL verkauft. Der Verkauf inspirierte eine Generation junger israelischer Unternehmer und prägte laut Forbes den Begriff „der Mirabilis-Effekt“.

Zu den Unternehmen, in die er investierte oder die er mitaufbaute, gehören Answers.com (Börsengang), Gteko (Verkauf an Microsoft), Airlink (Verkauf an Sierra Wireless), Tivella (Verkauf an Cisco), Scopus (Börsengang), CTI2 (Verkauf an Audiocodes), Foxytunes (Verkauf an Yahoo), Tucows (Börsengang), wibiya (Verkauf an Conduit), The Gift Project (Verkauf an eBay), Epals (Börsengang) und Starnet (Verkauf an IAC/InterActiveCorp). Weitere Investitionen umfassen Come2Play, Fring, speedbit, Cellogic, BloggersBase und Wefi.

Förderung von Innovation und Kultur

Vardi gründete Kinnernet, ein jährliches dreitägiges Treffen kreativer Menschen an den Ufern des Sees Genezareth. Er leitet 4YFN (4 Years from Now), die Startup-Veranstaltung von Mobile World Capital Barcelona, und ist Co-Vorsitzender der jährlichen DLD-Konferenz (Digital, Lifestyle, Design) in München mit Dr. Hubert Burda. Er ist außerdem Co-Vorsitzender der Stream-Unkonferenz in Griechenland mit Sir Martin Sorrell und Co-Gastgeber der ICUC (Internet Cowboys UnConference) in Jackson Hole, Wyoming. Er ist Vorsitzender des Volcano Summit, einer Ökosystem-Bildungsplattform für Lateinamerika.

Öffentlicher Sektor und Friedensverhandlungen

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung war Vardi Co-Vorsitzender des Strategischen Wirtschaftsdialogs zwischen der Europäischen Union und Israel und leitete mehrere von der Regierung ernannte Kommissionen, darunter die Öffentliche Kommission zur Regulierung des Elektrizitätssektors. Er war Mitglied des Beirats der Bank von Israel und der Israelischen Wertpapierbehörde sowie im Vorstand der Development Corporation for Israel. Er ist Mitglied des Gouverneursrats am Technion und leitete die Jerusalem Foundation.

Als Generaldirektor des Energieministeriums führte er ölbezogene Verhandlungen im Friedensabkommen mit Ägypten. Später war er Sonderberater der Außen- und Finanzminister für regionale Zusammenarbeit, leitete Wirtschaftsverhandlungen mit Jordanien, nahm an multilateralen Gesprächen mit Palästinensern teil und war Mitglied der israelischen Delegation bei den Wye-Plantation-Gesprächen mit Syrern. 2013 trat er dem Forum „Breaking the Impasse“ (BTI) bei, das vom Weltwirtschaftsforum unterstützt wird.

Internationale Aktivitäten und Auszeichnungen

Vardi beriet die Weltbank und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Energiepolitik. Er ist Mitglied des Weltwirtschaftsforums und Mitglied in Beiräten, darunter Blackberry Ventures und der Research Visionary Board von Motorola. Er wurde vom Wall Street Journal Europe für „Tech's Top 25“ ausgewählt und gewann den TechCrunch Europe 2009 Award als „Beste Investorenpersönlichkeit“. Er erhielt Ehrendoktorwürden vom Technion und der Ben-Gurion-Universität, eine Ehrenmitgliedschaft der Offenen Universität und zweimal den Premierministerpreis für Lebensleistungen im High-Tech-Bereich.

Vermächtnis

Vardis Einfluss reicht über einzelne Unternehmen hinaus bis zur Gestaltung des israelischen Startup-Ökosystems. Seine frühe Wette auf künstliche Intelligenz-nahe Technologien und Internetinfrastruktur half, eine Kultur der Innovation zu etablieren. Seine Arbeit mit Veranstaltungen wie Kinnernet und DLD verbindet Unternehmer weltweit und fördert Zusammenarbeit, die maschinelles Lernen, generative KI und andere aufstrebende Bereiche umfasst. Seine Anlagephilosophie betont frühe Unterstützung, oft bevor Technologien ausgereift sind, wie seine Unterstützung von Unternehmen zeigt, die später Deep-Learning- und neuronale Netzwerk-Fähigkeiten integrierten.

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