Aus dem Englischen übersetzt

Yoshua Bengio ist ein kanadischer Informatiker und Pionier des Deep Learning, bekannt für grundlegende Arbeiten an künstlichen neuronalen Netzen. Er ist Professor an der Université de Montréal und Mitbegründer von Mila und erhielt 2018 den ACM A.M. Turing Award.

Yoshua Bengio (* 5. März 1964) ist ein kanadischer Informatiker und Pionier der künstlichen neuronalen Netze und des Deep Learning. Er ist Professor an der Université de Montréal und Ko-Präsident sowie wissenschaftlicher Direktor der gemeinnützigen Organisation LawZero. Bengio gründete Mila, das Quebec Artificial Intelligence Institute, und war bis 2025 dessen wissenschaftlicher Direktor. Er gilt weithin als einer der „Paten der KI" neben Geoffrey Hinton und Yann LeCun, mit denen er 2018 den ACM A.M. Turing Award für grundlegende Beiträge zum Deep Learning teilte.

Bengio ist der weltweit am häufigsten zitierte Informatiker, sowohl nach Gesamtzahl der Zitationen als auch nach h-Index, und wurde im November 2025 der erste KI-Forscher, der mehr als eine Million Google-Scholar-Zitationen erreichte. Im Jahr 2024 nahm ihn das Time Magazine in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt auf.

Frühes Leben und Ausbildung

Bengio wurde in Frankreich in eine jüdische Familie geboren, die aus Marokko eingewandert war. Die Familie zog später nach Kanada. Er erwarb seinen Bachelor of Engineering in Computertechnik, einen Master of Science in Informatik und einen Doktortitel in Informatik, alle an der McGill University. Sein Bruder Samy Bengio ist ebenfalls ein prominenter Informatiker, der sich auf neuronale Netze spezialisiert hat und als Senior Director für KI- und ML-Forschung bei Apple tätig ist.

Während ihrer Kindheit verbrachten die Bengio-Brüder ein Jahr in Marokko während des Militärdienstes ihres Vaters. Ihr Vater, Carlo Bengio, war Apotheker und Dramatiker, der in Montreal eine sephardische Theaterkompanie leitete, die auf Judäo-Arabisch aufführte. Ihre Mutter, Célia Moreno, war in den 1970er Jahren Schauspielerin in der marokkanischen Theaterszene und gründete 1980 in Montreal mit die Multimedia-Theatertruppe l'Écran humain.

Karriere und Forschung

Nach Abschluss seiner Promotion hatte Bengio Postdoktorandenstellen am MIT unter Michael I. Jordan und bei AT&T Bell Labs inne. 1993 trat er als Fakultätsmitglied der Université de Montréal bei und ist seitdem dort geblieben. Er leitet außerdem das Programm Learning in Machines & Brains am Canadian Institute for Advanced Research.

Bengios frühe Arbeit führte das neuronale probabilistische Sprachmodell ein, das verteilte Repräsentationen (Worteinbettungen) für Wörter lernte, um die „Fluch der Dimensionalität" in der Verarbeitung natürlicher Sprache zu adressieren. Diese Forschung legte das Fundament für moderne große Sprachmodelle. Seine Beiträge zu neuronalen Netzen und maschinellem Lernen waren maßgeblich für die Weiterentwicklung des Feldes.

Im Oktober 2016 war Bengio Mitgründer von Element AI, einem in Montreal ansässigen KI-Inkubator, der KI-Forschung kommerzialisierte. Das Unternehmen wurde im November 2020 von ServiceNow übernommen, wobei Bengio als Berater blieb. Er ist außerdem wissenschaftlicher und technischer Berater von Recursion Pharmaceuticals und wissenschaftlicher Berater von Valence Discovery.

Bengio hat mehrere bekannte KI-Forscher ausgebildet, darunter Ian Goodfellow, Hugo Larochelle und David Krueger.

KI-Sicherheit und Politik

Beim ersten KI-Sicherheitsgipfel im November 2023 kündigte der britische Premierminister Rishi Sunak an, dass Bengio einen internationalen wissenschaftlichen Bericht über fortgeschrittene KI-Sicherheit leiten werde. Eine Zwischenversion wurde beim KI-Gipfel in Seoul im Mai 2024 vorgelegt, die Risiken wie Cyberangriffe und Szenarien des „Kontrollverlusts" abdeckte. Der vollständige Bericht, der im Januar 2025 als Internationaler KI-Sicherheitsbericht veröffentlicht wurde, steht weiterhin unter Bengios Vorsitz.

Im Juni 2025 startete Bengio LawZero, eine gemeinnützige Organisation, die sich auf den Aufbau „ehrlicher" KI-Systeme konzentriert, die schädliches Verhalten autonomer Agenten erkennen und blockieren können. Die Gruppe entwickelt ein System namens Scientist AI, das vorhersagen soll, ob die Handlungen eines Agenten Schaden verursachen könnten. Zu den Förderern gehören das Future of Life Institute, Schmidt Sciences, die Gates Foundation und die kanadische Regierung.

Im Februar 2026 wurde Bengio in das unabhängige internationale wissenschaftliche KI-Panel der Vereinten Nationen berufen, eine Gruppe von 40 Experten, die mit der Erstellung eines Berichts über Chancen, Auswirkungen und Risiken der KI beauftragt ist. Später wurde er neben der Nobelpreisträgerin Maria Ressa Ko-Vorsitzender.

Ansichten zur KI

Im März 2023 unterzeichnete Bengio einen offenen Brief des Future of Life Institute, der eine sechsmonatige Pause beim Training von KI-Systemen forderte, die leistungsfähiger als GPT-4 sind. Der Brief, der von über 30.000 Personen, darunter Stuart Russell und Gary Marcus, unterzeichnet wurde, hob existenzielle Risiken durch generative KI hervor. Im Mai 2023 sagte Bengio der BBC, er fühle sich über seine Lebensarbeit „verloren", und äußerte Besorgnis darüber, dass „böswillige Akteure" Zugang zu immer ausgefeilteren KI-Systemen erhalten könnten. Er befürwortete Regulierung, Produktregistrierung und staatliche Aufsicht.

Gegenüber der Financial Times im Mai 2023 unterstützte Bengio die Überwachung des Zugriffs auf KI-Systeme wie ChatGPT, um illegale oder gefährliche Nutzungen zu verfolgen. Im Juli 2023 schrieb er in The Economist, dass „das Risiko einer Katastrophe real genug ist, dass jetzt gehandelt werden muss." Er war außerdem Mitautor eines Briefes zur Unterstützung des kalifornischen Gesetzes SB 1047, das Risikobewertungen für KI-Modelle mit Trainingskosten von über 100 Millionen Dollar vorschreiben würde, und nannte es das „absolute Minimum für wirksame Regulierung."

Im Juni 2025 äußerte Bengio Besorgnis darüber, dass fortgeschrittene KI-Systeme begannen, Merkmale wie Täuschung, Belohnungs-Hacking und Situationsbewusstsein zu zeigen, die er als Anzeichen für Ziel-Fehlausrichtung und potenziell gefährliches Verhalten beschrieb. Er hat vor dem KI-Wettrüsten gewarnt und die Notwendigkeit proaktiver Sicherheitsmaßnahmen betont.

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