Das Leverhulme Centre for the Future of Intelligence (CFI) ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum innerhalb der University of Cambridge, das künstliche Intelligenz untersucht. Es wird vom Leverhulme Trust finanziert. Ab 2026 wird das Zentrum von der geschäftsführenden Direktorin Rachel Adams geleitet, wobei Stephen Cave als akademischer Direktor fungiert.
Das Zentrum vereint Wissenschaftler aus den Bereichen Informatik, Philosophie, Sozialwissenschaften und weiteren Disziplinen. Es fungiert als Knotenpunkt für kollaborative Forschung zu den langfristigen Auswirkungen von KI, wobei sowohl Chancen als auch potenzielle Schäden im Fokus stehen. Das Zentrum arbeitet mit der Oxford Martin School an der University of Oxford, dem Imperial College London und der University of California, Berkeley zusammen und hat eine Absichtserklärung mit der Coral Bell School of Asia Pacific Affairs an der Australian National University.
Forschungsschwerpunkte
Das CFI untersucht die Entwicklung und den Einsatz von Systemen künstlicher Intelligenz, mit besonderem Augenmerk auf existenzielle Risiken, ethische Rahmenwerke und Governance-Strukturen. Die Forschung stützt sich auf Fortschritte im maschinellen Lernen und tiefen Lernen, einschließlich neuronaler Netzwerkarchitekturen und Systemen großer Sprachmodelle, um deren gesellschaftliche Folgen zu bewerten. Die Agenda des Zentrums umfasst sowohl kurzfristige Anliegen wie algorithmische Verzerrungen als auch langfristige Fragen zur Zukunft der Intelligenz, sei sie menschlich, künstlich oder anderer Form.
Programme
Die Forschung des CFI ist in einer Reihe von Programmen und Forschungsübungen strukturiert. Die Themen der Programme reichen von algorithmischer Transparenz bis zur Untersuchung der Auswirkungen von KI auf die Demokratie. Zu den wichtigsten Programmbereichen gehören:
- KI: Zukunft und Verantwortung
- KI: Vertrauen und Gesellschaft
- Arten von Intelligenz
- KI: Erzählung und Gerechtigkeit
- Philosophie und Ethik der KI
Diese Programme umfassen Wissenschaftler aus Philosophie, Informatik, Sozialwissenschaften, Psychologie und Recht und fördern den interdisziplinären Dialog. Das Zentrum arbeitet auch mit politischen Entscheidungsträgern und Branchenpraktikern zusammen, um akademische Erkenntnisse in handlungsorientierte Leitlinien zu übersetzen.
Initiativen
Im Juli 2019 veröffentlichte Leverhulme den Animal-AI-Olympics-Wettbewerb, der Tests umfasst, die üblicherweise zur Prüfung tierischer Intelligenz verwendet werden. Diese Initiative zielte darauf ab, die kognitiven Fähigkeiten von KI-Systemen zu bewerten, indem sie mit Aufgaben zur Tierkognition verglichen wurden, basierend auf vergleichender Psychologie und Ethologie. Der Wettbewerb warf Fragen zur Natur der Intelligenz und zur Bewertung der KI-Leistung jenseits menschzentrierter Metriken auf.
Kooperationen und Wirkung
Die Partnerschaften des Zentrums erstrecken sich über das Vereinigte Königreich und international. Die Zusammenarbeit mit der Oxford Martin School an der Universität Oxford und dem Imperial College London ermöglicht gemeinsame Forschungsprojekte und geteilte Ressourcen. Die Absichtserklärung mit der Coral Bell School of Asia Pacific Affairs an der Australian National University erleichtert den Austausch über KI-Governance in der Region Asien-Pazifik. Durch diese Netzwerke trägt das CFI zu globalen Diskussionen über KI-Sicherheit und verantwortungsvolle Innovation bei.
Verwandte Zentren
Das CFI ist Teil eines breiteren Ökosystems von Institutionen, die sich mit KI-Risiken befassen. Es unterhält formelle und informelle Verbindungen zum Centre for the Study of Existential Risk, ebenfalls in Cambridge, das sich auf katastrophale Risiken durch Technologie konzentriert. Weitere verwandte Einrichtungen sind das Future of Humanity Institute, das Future of Life Institute und das Machine Intelligence Research Institute, die sich alle mit ähnlichen Fragen zur langfristigen Entwicklung der KI beschäftigen.