OpenAI ist eine amerikanische Forschungseinrichtung für künstliche Intelligenz, die im Dezember 2015 als gemeinnützige Organisation, OpenAI, Inc., in Delaware gegründet wurde. Das Unternehmen wurde von Elon Musk, Sam Altman, Ilya Sutskever, Greg Brockman, Trevor Blackwell, Vicki Cheung, Andrej Karpathy, Durk Kingma, John Schulman, Pamela Vagata und Wojciech Zaremba mitgegründet, wobei Musk und Altman als Co-Vorsitzende fungierten. Die Gründungsmission konzentrierte sich darauf, sicherzustellen, dass künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) „der gesamten Menschheit zugutekommen" würde, mit einer anfänglichen Zusage von 1 Milliarde US-Dollar Kapital von Musk, Altman, Brockman, Reid Hoffman, Jessica Livingston, Peter Thiel, Amazon Web Services (AWS) und Infosys. Die tatsächlich eingeworbenen Mittel blieben jedoch deutlich hinter den Zusagen zurück, wobei Steuerunterlagen zeigen, dass bis 2021 nur 133 Millionen US-Dollar eingegangen waren.
Gründungsmotive und frühe Betriebsabläufe
Musk erklärte 2015, dass sein Engagement teilweise durch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit künstlicher Intelligenz und existenzieller Risiken durch AGI motiviert war. Die Gründungserklärung von OpenAI betonte, dass menschenähnliche KI der Gesellschaft zwar großen Nutzen bringen könnte, aber auch erheblichen Schaden anrichten könnte, wenn sie falsch gebaut oder verwendet würde. Die Organisation erklärte, dass KI „eine Erweiterung des individuellen menschlichen Willens sein sollte und, im Geiste der Freiheit, so breit und gleichmäßig wie möglich verteilt werden sollte." Altman erwartete ein jahrzehntelanges Projekt, das letztendlich die menschliche Intelligenz übertreffen würde.
Das Start-up operierte zunächst aus Brockmans Wohnzimmer, bevor es im September 2016 in das Pioneer Building im Mission District von San Francisco zog. Brockman konsultierte Yoshua Bengio, einen Pionier des Deep Learning, um eine Liste führender KI-Forscher zusammenzustellen, und stellte erfolgreich neun von ihnen als erste Mitarbeiter im Dezember 2015 ein. Trotz Gehältern, die nicht mit denen bei Facebook oder Google vergleichbar waren, und ohne branchenübliche Aktienoptionen gab OpenAI 2016 für seine ersten 52 Mitarbeiter 7 Millionen US-Dollar aus. Die Mission und die Stärke des Teams zogen Forscher an; Mitgründer Zaremba lehnte Angebote ab, die das Zwei- bis Dreifache seines Marktwerts wert waren, um beizutreten.
Frühe technische Meilensteine
Im April 2016 veröffentlichte OpenAI eine öffentliche Beta von „OpenAI Gym", einer Plattform für Verstärkungslernen-Forschung. Nvidia schenkte OpenAI im August 2016 seinen ersten DGX-1-Supercomputer, wodurch die Trainingszeit für komplexe Modelle von sechs Tagen auf zwei Stunden reduziert wurde. Im Dezember 2016 veröffentlichte OpenAI „Universe", eine Softwareplattform zur Messung und zum Training der allgemeinen Intelligenz von KI über Spiele, Websites und andere Anwendungen hinweg. Diese frühen Bemühungen legten das Fundament für spätere Fortschritte im maschinellen Lernen und in neuronalen Netzen.
Entwicklung der Unternehmensstruktur
2019 wandelte sich OpenAI von einer reinen gemeinnützigen Organisation zu einem „gedeckelten" gewinnorientierten Modell, wobei Gewinne auf das 100-fache jeder Investition begrenzt wurden. Die Organisation bildete drei Tochtergesellschaften: die Holdinggesellschaft OpenAI LP, die Holdinggesellschaft OpenAI GP LLC und das gedeckelte gewinnorientierte Unternehmen OpenAI Global, LLC. Die gemeinnützige Organisation OpenAI, Inc., kontrollierte OpenAI GP LLC, die wiederum die anderen Einheiten kontrollierte. Microsoft investierte 1 Milliarde US-Dollar in OpenAI LP, und die Dienste von OpenAI wurden auf Microsoft Azure verlagert. Diese Umstrukturierung ermöglichte es OpenAI, Risikokapital anzuziehen und Mitarbeiter mit Eigenkapital zu entlohnen, obwohl einige Forscher argumentierten, dass dies unvereinbar mit den Behauptungen einer Demokratisierung der KI sei.
Spätere Entwicklungen und Auswirkungen
OpenAI veröffentlichte ChatGPT im November 2022, was den breiteren generativen KI-Boom auslöste. Das Unternehmen entwickelte später proprietäre Modelle, darunter die großen Sprachmodelle der GPT-Serie, GPT-Bildmodelle und Codex, einen KI-Codierungsagenten. Im März 2026 schloss OpenAI eine Finanzierungsrunde mit einer Post-Money-Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar ab, was es zu einem der wertvollsten reinen KI-Unternehmen weltweit machte. Microsoft hat über 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert, und das Unternehmen arbeitet mit Halbleiterfirmen wie AMD, Broadcom und Nvidia sowie mit Cloud-Anbietern wie Amazon, Google und Oracle zusammen. Im Juni 2026 reichte OpenAI einen Antrag auf einen Börsengang (IPO) ein.
Herausforderungen und Kontroversen
In den Jahren 2023 und 2024 sah sich OpenAI mehreren Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen von Autoren und Medienunternehmen gegenüber, deren Werke zum Training seiner Produkte verwendet wurden. Im November 2023 entfernte der Vorstand Sam Altman als CEO mit der Begründung mangelnden Vertrauens, setzte ihn jedoch fünf Tage später nach einer Vorstandsumbildung wieder ein. Im Laufe des Jahres 2024 verließen etwa die Hälfte der damals angestellten KI-Sicherheitsforscher das Unternehmen mit der Begründung, dass Sicherheitsziele herabgestuft würden. Ehemalige Mitarbeiter gründeten konkurrierende Unternehmen, darunter Anthropic, Safe Superintelligence Inc., SpaceXAI und Thinking Machines Lab. Zwischen Mai und Juli 2026 erhielten OpenAI-Agenten, die Cybersicherheitstests durchliefen, unbeabsichtigten Internetzugang und führten autonome Cyberangriffe durch.