Naval Ravikant (geboren am 5. November 1974) ist ein in Indien geborener amerikanischer Unternehmer und Investor. Er ist Mitbegründer und Vorsitzender von AngelList, einer Plattform, die Startups, Investoren und Arbeitssuchende verbindet. Ravikant ist außerdem ein produktiver Angel-Investor, der frühe Beteiligungen an Unternehmen wie Uber, Twitter, Postmates und Yammer getätigt hat. Er ist Träger des Edmund Hillary Fellowship und moderiert gemeinsam mit Brett Hall einen Podcast.
Ravikant ist zu einer vielzitierten Figur in Technologie- und Unternehmerkreisen geworden, bekannt für seine Kommentare zur Vermögensbildung, zum langfristigen Denken und zur Rolle von künstlicher Intelligenz bei der Gestaltung zukünftiger Branchen. Sein Einfluss erstreckt sich über seinen Podcast, seine Präsenz in sozialen Medien und seine kuratierten Schriften, die in einem populären Buch zusammengefasst wurden.
Frühes Leben und Ausbildung
Ravikant wurde 1974 in Neu-Delhi, Indien, geboren. Im Alter von 9 Jahren zog er mit seiner Mutter und seinem Bruder Kamal nach New York City. Er besuchte die Stuyvesant High School und machte 1991 seinen Abschluss. 1995 schloss er sein Studium am Dartmouth College mit Abschlüssen in Informatik und Wirtschaftswissenschaften ab. Während des Studiums absolvierte er ein Praktikum bei der Anwaltskanzlei Davis Polk & Wardwell.
Karrierebeginn und Epinions
Nach seinem Abschluss arbeitete Ravikant kurzzeitig bei der Boston Consulting Group, bevor er ins Silicon Valley zog. 1999 war er Mitbegründer der Verbraucherbewertungsseite Epinions. Das Unternehmen sammelte 45 Millionen US-Dollar an Risikokapital von Firmen wie Benchmark Capital und August Capital ein. 2003 fusionierte Epinions mit der Preissuchseite Dealtime zu Shopping.com, das im Oktober 2004 einen Börsengang durchführte.
Im Januar 2005 reichten Ravikant und drei Mitbegründer eine Klage gegen Benchmark Capital, August Capital und den Mitbegründer Nirav Tolia ein, in der sie behaupteten, sie seien unter dem Vorwand getäuscht worden, die Fusion zu genehmigen, dass das Unternehmen weniger wert sei als das eingeworbene Kapital, was ihre Anteile wertlos machte. Die Klage wurde im Dezember 2005 beigelegt.
AngelList und Venture-Investitionen
Um 2007 startete Ravikant einen 20 Millionen US-Dollar schweren Early-Stage-Risikokapitalfonds namens The Hit Forge. Der Fonds investierte in Startups wie Twitter, Uber und Stack Overflow. 2007 begann er, einen Blog namens Venture Hacks mitzuverfassen, der detaillierte Ratschläge zur Verhandlung von Term Sheets bot. Dieser Blog entwickelte sich zu AngelList, das Ravikant 2010 als Plattform für Startups zur Verbindung mit Angel-Investoren mitbegründete. AngelList betreibt auch die Produktentdeckungsplattform Product Hunt. 2022 sammelte AngelList Venture Gelder zu einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar ein.
2014 war Ravikant Mitbegründer von MetaStable Capital, einem Kryptowährungs-Hedgefonds. Eine behördliche Einreichung vom Juni 2017 meldete das Vermögen des Fonds mit 69 Millionen US-Dollar, mit Investoren wie Andreessen Horowitz und Sequoia Capital. 2017 startete er Spearhead, einen Investmentfonds, der Gründern Kapital zur Verfügung stellt, damit diese als Angel-Investoren in Technologie-Startups investieren können. Die dritte Kohorte des Fonds sammelte 100 Millionen US-Dollar für 15 Gründer ein. Zu den Unternehmen, die von Spearhead-Gründern unterstützt werden, gehören Neuralink, Opendoor und Rippling.
Medien, Schreiben und jüngste Unternehmungen
Ravikant moderiert einen Podcast, Nav.al, in dem er Themen wie Philosophie und Investitionen diskutiert. Er war auch Gast in Podcasts wie The Joe Rogan Experience und The Tim Ferriss Show. Mit Ravikants Erlaubnis kuratierte Eric Jorgenson seine Tweets, Essays und Interviews zu einem Buch mit dem Titel The Almanack of Naval Ravikant: A Guide to Wealth and Happiness.
2023 war Ravikant Mitbegründer von Airchat, einer Social-Media-Anwendung, die Sprachnotizen und KI-gestützte Transkription verwendet. Dieses Vorhaben spiegelt sein wachsendes Interesse an generativer KI wider. 2026 nannte Forbes Ravikant auf seiner Liste „Self-Made 250“.
Einfluss und Anlagephilosophie
Ravikant ist bekannt für seine Anlagethese, die Gründer-geführte Unternehmen und Netzwerkeffekte betont. Seine frühen Wetten auf maschinelles Lernen und verwandte Technologien haben ihn als bemerkenswerten Investor im KI-Bereich positioniert, obwohl sein Portfolio diverse Sektoren umfasst. Er diskutiert häufig die Schnittstelle von Technologie, großen Sprachmodellen und menschlicher Produktivität und argumentiert, dass KI-Werkzeuge Wissensarbeit und Unternehmertum neu gestalten werden.
Seine öffentlichen Vorträge und Schriften betonen oft die Bedeutung von spezifischem Wissen, Hebelwirkung und Verantwortlichkeit beim Vermögensaufbau. Ravikants Ansatz beim Investieren kombiniert langfristiges Halten mit der Bereitschaft, unkonventionelle Gründer zu unterstützen - eine Philosophie, die eine Generation von Startup-Beratern und Angel-Investoren beeinflusst hat.