Aus dem Englischen übersetzt

Mike Volpi ist ein italienisch-amerikanischer Risikokapitalgeber und ehemaliger Chief Strategy Officer bei Cisco. Er gründete das San-Francisco-Büro von Index Ventures mit und später Hanabi Capital, das in KI- und Technologie-Startups investiert.

Michelangelo „Mike“ Volpi (* 13. Dezember 1966) ist ein italienisch-amerikanischer Geschäftsmann und Risikokapitalgeber. Bekannt wurde er durch die Leitung von Übernahmen bei Cisco Systems während dessen Wachstumsphase und durch die spätere Mitgründung des San-Francisco-Büros von Index Ventures. Seit 2026 ist er als General Partner bei Hanabi Capital tätig, einer Frühphasen-Risikokapitalgesellschaft, die sich auf künstliche Intelligenz und Software-Infrastruktur konzentriert.

Volpis Karriere umfasst Ingenieurwesen, Unternehmensstrategie und Venture-Investitionen. Er hatte Aufsichtsratsmandate bei zahlreichen börsennotierten und privaten Technologieunternehmen inne und wurde auf Listen einflussreicher Technologieinvestoren geführt.

Frühes Leben und Ausbildung

Volpi wurde in Mailand, Italien, geboren. Als er fünf Jahre alt war, zog seine Familie nach Tokio, Japan, wo er lebte, bis er 1984 in die Vereinigten Staaten zog, um am Stanford University zu studieren. Dort erwarb er einen B.S. in Maschinenbau und einen M.S. in Fertigungssystemtechnik. Nach mehreren Jahren bei Hewlett-Packard kehrte er nach Stanford zurück, um 1994 einen M.B.A. an der Graduate School of Business zu erwerben.

Karriere bei Cisco und darüber hinaus

Volpi begann seine Karriere 1989 in der Optoelektronik-Abteilung von Hewlett-Packard, wo er sowohl im Ingenieurwesen als auch im Marketing arbeitete. 1994 trat er in die neu gegründete Abteilung für Geschäftsentwicklung bei Cisco Systems ein. Nach seiner Beförderung zum Leiter von Übernahmen ab April 1996 wurde er Chief Strategy Officer und verantwortete Unternehmensstrategie, Geschäftsentwicklung und strategische Allianzen. Die Übernahmestrategie seines Teams bei Cisco gilt als Modell für Technologie-Fusionen und -Übernahmen. Er arbeitete bis 2000 für CEO John Chambers, und einige Presseberichte spekulierten, dass er als Kronprinz von Chambers galt.

In einer operativen Rolle als Senior Vice President und General Manager leitete er die Routing- und Switching-Teams und führte dann bis 2007 gemeinsam mit Prem Jain die Routing- und Service-Provider-Gruppe. In dieser Zeit kündigte Cisco 2004 sein erstes Carrier-Routing-System-Produkt, die CRS-1, an.

Nach seinem Ausscheiden bei Cisco im Jahr 2007 wurde Volpi Entrepreneur in Residence bei Sequoia Capital. Einige Monate später wurde er zum CEO von Joost ernannt, einem Internet-Startup für Online-TV, das von den Skype-Gründern Niklas Zennstrom und Janus Friis gegründet wurde. 2009 trat er als Partner bei Index Ventures ein, während er seinen Posten als Vorsitzender von Joost behielt.

Joost und Rechtsstreit

Im September 2009 reichten die Skype-Gründer eine Klage gegen Volpi ein, wegen angeblicher Nutzung vertraulicher Informationen im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung von Skype von eBay. Volpi wurde außerdem von den Joost-Aktionären aus seiner Rolle als Unternehmensvorsitzender entfernt, wobei Joost damals eine Erklärung veröffentlichte: „Das Unternehmen und sein Vorstand führen eine Untersuchung über die Handlungen von Herrn Volpi während seiner Amtszeit als CEO und als Vorsitzender durch.“ Die Klage wurde im November 2009 nach einer Einigung fallengelassen, bei der Zennstrom und Friis einen 14-Prozent-Anteil an Skype erhielten, der damals 400 Millionen Dollar wert war, sowie den Ausschluss von Index Ventures und Volpi - der als potenzieller Leiter von Skype nach der Veräußerung in Betracht gezogen worden war - vom Verkauf des Unternehmens.

Risikokapital und Aufsichtsräte

Bei Index investierte Volpi in Frühphasenunternehmen, hauptsächlich in den Bereichen autonomes Fahren, Open Source und künstliche Intelligenz. Er saß in den Vorständen von Index-Portfoliounternehmen, darunter Aurora, Big Switch Networks, Blue Bottle Coffee, Confluent, Covariant, Elastic, Kong Inc., Hortonworks, Pure Storage, Scale AI, Sonos, Tekion Corp, Wealthfront und Zuora. Während seiner Zeit bei Index wuchs das San-Francisco-Büro der Firma zu einer gleichwertigen Präsenz auf beiden Seiten des Atlantiks.

Volpi gründete 2025 Hanabi Capital, eine Frühphasen-Risikokapitalgesellschaft, mit. Er ist dort als General Partner tätig. Die Firma investiert in künstliche Intelligenz, Software-Infrastruktur und ähnliche Technologie-Startups. Ab 2026 umfassen bemerkenswerte Investitionen Cognition AI und Mind Robotics.

Volpi sitzt in den Vorständen mehrerer börsennotierter und privater Unternehmen, in die er investiert hat, darunter ClickHouse, Cohere, Hebbia, Kong, Scale und Wealthfront. Zuvor war er nicht geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Fiat Chrysler Automobiles und Vorstandsmitglied von Ericsson. Er war unabhängiger Direktor bei Exor und sitzt nun im Partners Council der europäischen Investmentgesellschaft. Außerdem ist er in den Vorständen von Stanford Health Care und Ferrari N.V. tätig.

Persönliches Leben und Auszeichnungen

Volpi spricht drei Sprachen: Englisch, Italienisch und Japanisch. Er ist mit Toni Cupal verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Vater ist Vittorio Volpi, ein leitender Angestellter der United Bank of Switzerland.

Volpi hat mehrere Auszeichnungen erhalten. 2015 erschien er auf der Forbes-Midas-Liste der weltweit klügsten Technologieinvestoren. 1999 ernannte ihn das MIT Technology Review zum Innovator unter 35. Das Power Issue von Network World aus dem Jahr 1999 listete ihn unter den 25 mächtigsten Personen im Netzwerkbereich. Die Liste der 100 weltweit führenden Risikokapitalgeber von The New York Times und CB Insights aus dem Jahr 2018 führte Volpi auf Platz 34.

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