Meredith Broussard ist Professorin für Datenjournalismus am Arthur L. Carter Journalism Institute der New York University. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Rolle von künstlicher Intelligenz im Journalismus, insbesondere darauf, wie Algorithmen und automatisierte Systeme die Produktion und Verbreitung von Nachrichten prägen. Sie ist Autorin zweier einflussreicher Bücher, die die Grenzen und Verzerrungen von Technologie kritisieren: Artificial Unintelligence: How Computers Misunderstand the World (2018) und More Than a Glitch: Confronting Race, Gender, and Ability Bias in Tech (2023).
Broussards Karriere umfasst sowohl Journalismus als auch Softwareentwicklung, was ihr eine einzigartige Perspektive auf die Schnittstelle von Medien und Informatik verleiht. Sie arbeitete als Feature-Redakteurin bei The Philadelphia Inquirer sowie als Softwareentwicklerin bei AT&T Bell Labs und dem MIT Media Lab. Ihre akademische Arbeit wurde in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht, und sie ist eine häufige Kommentatorin zu algorithmischer Verzerrung und den gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologie.
Frühe Karriere und Ausbildung
Broussard begann ihre berufliche Laufbahn im Journalismus und war als Feature-Redakteurin bei The Philadelphia Inquirer tätig, wo sie ihre Fähigkeiten im Geschichtenerzählen und in der Nachrichtenproduktion verfeinerte. Ihr Interesse an Technologie führte sie zur Softwareentwicklung, und sie arbeitete bei AT&T Bell Labs und dem MIT Media Lab, wo sie praktische Erfahrungen mit Computersystemen sammelte. Diese Mischung aus redaktioneller und technischer Expertise sollte später ihre Forschungsagenda prägen.
Sie promovierte an der New York University, wo ihre Dissertation die Nutzung künstlicher Intelligenz im investigativen Journalismus untersuchte. Ihre akademische Ausbildung kombinierte Journalismus mit Informatik und ermöglichte es ihr, die Kluft zwischen diesen Bereichen zu überbrücken.
Akademische und Forschungspositionen
Broussard ist derzeit außerordentliche Professorin am Arthur L. Carter Journalism Institute der New York University, wo sie Kurse zu Datenjournalismus und computergestützten Methoden unterrichtet. Sie ist außerdem Forschungsdirektorin der NYU Alliance for Public Interest Technology, einer interdisziplinären Initiative, die untersucht, wie Technologie dem Gemeinwohl dienen kann. Darüber hinaus ist sie Beiratsmitglied des Center for Critical Race and Digital Studies, das sich auf die Schnittstelle von Rasse, digitalen Medien und sozialer Gerechtigkeit konzentriert.
Bevor Broussard an die NYU kam, war sie Fellow am Tow Center for Digital Journalism der Graduate School of Journalism der Columbia University. Während ihres Fellowships entwickelte sie Bailiwick, ein Werkzeug zur Aufdeckung datengetriebener Wahlkampffinanzierungsgeschichten für die US-Präsidentschaftswahl 2016. Dieses Projekt veranschaulichte ihr Engagement, computergestützte Methoden zur Verbesserung journalistischer Untersuchungen einzusetzen.
Bücher und wichtige Veröffentlichungen
Broussards erstes Buch, Artificial Unintelligence: How Computers Misunderstand the World, wurde im April 2018 vom MIT Press veröffentlicht. Das Buch untersucht kritisch die Grenzen der Technologie bei der Lösung sozialer Probleme und argumentiert, dass Computer nicht das Allheilmittel sind, als das sie oft dargestellt werden. Sie verwendet Beispiele aus Bildung, Verkehr und anderen Bereichen, um zu veranschaulichen, wie algorithmische Systeme scheitern können, wenn sie ohne Verständnis ihrer zugrunde liegenden Annahmen angewendet werden.
Ihr zweites Buch, More Than a Glitch: Confronting Race, Gender, and Ability Bias in Tech, wurde im März 2023 veröffentlicht. Dieses Werk befasst sich mit den systemischen Verzerrungen, die in Technologie eingebettet sind, von Gesichtserkennung bis hin zu Einstellungsalgorithmen, und argumentiert, dass diese Verzerrungen keine bloßen Störungen sind, sondern tiefere soziale Ungleichheiten widerspiegeln. Das Buch wurde breit rezensiert und hat zu laufenden Diskussionen über Vielfalt und Ethik in der Technologiebranche beigetragen.
Zusätzlich zu ihren Büchern hat Broussard zahlreiche Artikel und Essays in Publikationen wie The Atlantic, Harper's Magazine und Slate veröffentlicht. Ihr Schreiben befasst sich oft mit der Schnittstelle von Technologie und sozialer Praxis und behandelt Themen wie selbstfahrende Autos, Datenjournalismus und digitale Bewahrung.
Forschung zu künstlicher Intelligenz im Journalismus
Broussards Forschung hat maßgeblich zur Gestaltung des Bereichs des computergestützten Journalismus beigetragen. Ihr Artikel von 2015, "Artificial Intelligence for Investigative Reporting", veröffentlicht in Digital Journalism, zeigte, wie Expertensysteme die Fähigkeit von Journalisten verbessern können, originelle Geschichten über öffentliche Angelegenheiten zu entdecken. Diese Arbeit gehörte zu den ersten, die systematisch die Nutzung von maschinellem Lernen und neuronalen Netzen in Nachrichtenredaktionen untersuchte.
Sie hat außerdem einen wegweisenden Artikel mitverfasst, "Artificial Intelligence and Journalism", veröffentlicht in Journalism & Mass Communication Quarterly im Jahr 2019, der die Chancen und Herausforderungen der Integration von KI in die journalistische Praxis umreißt. Ihre Forschung betont die Notwendigkeit von Transparenz und Rechenschaftspflicht in algorithmischen Systemen, insbesondere wenn sie zur Automatisierung der Nachrichtenproduktion eingesetzt werden.
Broussards Arbeit wurde von anderen Wissenschaftlern und Praktikern zitiert, darunter Christopher Mims von The Wall Street Journal, der sich auf ihre Expertise zur Zukunft der selbstfahrenden Autotechnologie bezogen hat. Sie wurde in Communications of the ACM, einer führenden Publikation der Informatik, porträtiert.
Interessenvertretung und öffentliches Engagement
Broussard ist eine lautstarke Verfechterin von algorithmischer Fairness und Technologie im öffentlichen Interesse. Sie trat 2020 in der Netflix-Dokumentation Coded Bias als sie selbst auf, die Forscher und Aktivisten begleitet, die untersuchen, wie Algorithmen Verzerrungen kodieren und verbreiten. Der Film lenkte breite Aufmerksamkeit auf das Problem der algorithmischen Diskriminierung, und Broussards Teilnahme unterstrich ihre Rolle als führende Stimme in diesem Bereich.
Sie wurde von zahlreichen Medienunternehmen interviewt, darunter The Verge, Los Angeles Times, The New York Times und Harvard Magazine, zu Themen von algorithmischer Verzerrung bis hin zu den ethischen Implikationen von generativer KI. Ihre Fähigkeit, komplexe technische Themen einem breiten Publikum zu vermitteln, hat sie zu einer gefragten Kommentatorin gemacht.
Ausgewählte akademische Veröffentlichungen
Broussard hat zu mehreren einflussreichen akademischen Arbeiten beigetragen. Bemerkenswerte darunter sind:
- "Artificial intelligence for investigative reporting: Using an expert system to enhance journalists' ability to discover original public affairs stories" (2015) - Dieser Artikel, veröffentlicht in Digital Journalism, führte einen neuartigen Ansatz zur Nutzung von KI im Journalismus ein.
- "Artificial intelligence and journalism" (2019) - Mitverfasst mit anderen, bietet dieser Artikel in Journalism & Mass Communication Quarterly einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen von KI auf den Journalismus.
- "Challenges of archiving and preserving born-digital news applications" (2017) - Mitverfasst mit Katherine Boss, befasst sich dieser Artikel in IFLA Journal mit den Schwierigkeiten der Bewahrung digitaler Nachrichteninhalte.
- "Big Data in Practice: Enabling computational journalism through code-sharing and reproducible research methods" (2016) - Veröffentlicht in Digital Journalism, plädiert diese Arbeit für offene Forschungspraktiken im computergestützten Journalismus.
- "Teaching coding in journalism schools: Considerations for a secure technological infrastructure" (2015) - Präsentiert auf der Computation+ Journalism 2015 Conference, diskutiert dieser Artikel die Herausforderungen der Vermittlung von Programmierung an Journalismusstudierende.
Wirkung und Vermächtnis
Broussards Beiträge reichen über die akademische Welt hinaus in den öffentlichen Diskurs. Ihre Bücher wurden in Universitätskursen verwendet und haben Debatten über Technologieethik beeinflusst. Sie ist eine starke Befürworterin von Datenaugmentierung und anderen Methoden zur Verbesserung der Fairness von KI-Systemen und hat zu mehr Vielfalt in der Technologiebranche aufgerufen.
Ihre Arbeit zu algorithmischer Verzerrung war besonders einflussreich, und sie war eine Schlüsselfigur in der Bewegung, Technologieunternehmen für die sozialen Schäden ihrer Produkte zur Rechenschaft zu ziehen. Stand 2024 unterrichtet und forscht sie weiterhin an der NYU, wo sie die nächste Generation von Datenjournalisten betreut.
Broussards Vermächtnis wird wahrscheinlich durch ihre Fähigkeit definiert, Technologie für Journalisten und die Öffentlichkeit zu entmystifizieren, während sie gleichzeitig für ethischere und inklusivere Ansätze in der KI-Entwicklung eintritt. Ihr Beharren darauf, dass Computer nicht unfehlbar sind - und dass sie die Welt oft missverstehen - dient als kritischer Gegenpol zum Hype um KI.