Aus dem Englischen übersetzt

Max Tegmark ist ein schwedisch-amerikanischer Physiker und Forscher im Bereich KI-Sicherheit, Professor am MIT und Mitbegründer des Future of Life Institute, bekannt für seine Arbeit in der Kosmologie und sein Engagement für eine vorsichtige Entwicklung von KI.

Max Erik Tegmark (geboren am 5. Mai 1967) ist ein schwedisch-amerikanischer Physiker, Forscher im Bereich maschinelles Lernen und Autor. Er ist Professor für Physik am Massachusetts Institute of Technology sowie Mitbegründer und Präsident des Future of Life Institute, einer gemeinnützigen Organisation, die sich auf die Verringerung globaler katastrophaler Risiken durch fortschrittliche Technologien konzentriert. Ursprünglich Kosmologe, verlagerte sich Tegmarks Forschung in den 2010er Jahren hin zur künstlichen Intelligenz (KI), und er ist zu einer prominenten Stimme geworden, die sich für ein sorgfältiges Management der KI-Entwicklung einsetzt.

Tegmarks Buch Life 3.0 aus dem Jahr 2017 untersucht mögliche Zukünfte für die Menschheit, während die KI fortschreitet, und er hat einen Stopp der Entwicklung künstlicher Superintelligenz gefordert. Seine Arbeit umfasst Präzisionskosmologie, die Hypothese des mathematischen Universums und neuartige Architekturen neuronaler Netze. Er hat Stipendien und Auszeichnungen für seine Beiträge zur Physik erhalten und war eine zentrale Figur in öffentlichen Debatten über KI-Sicherheit.

Frühes Leben und Ausbildung

Max Erik Tegmark wurde am 5. Mai 1967 als Max Erik Shapiro in Stockholm, Schweden, als Sohn von Karin Tegmark und dem Mathematiker Harold S. Shapiro geboren. Er wuchs in Bromma, Stockholm, auf und engagierte sich während seiner Studienzeit an der Oberschule Blackeberg als Freiwilliger bei der Schwedischen Friedens- und Schiedsgesellschaft, wo er sich für nukleare Abrüstung einsetzte. Während der Oberschulzeit entwickelte und verkaufte er zusammen mit einem Freund, Magnus Bodin, eine Textverarbeitung namens Teddy, die in Maschinensprache für den schwedischen Acht-Bit-Computer ABC 80 geschrieben und von Liber Läromedel vermarktet wurde. Er programmierte auch ein 3D-Tetris-ähnliches Spiel namens Frac.

Tegmark verließ Schweden, nachdem er 1989 einen B.A. in Wirtschaftswissenschaften von der Handelshochschule Stockholm und 1990 einen M.S.E. in Technischer Physik vom KTH Königlichen Institut für Technologie erhalten hatte. Anschließend studierte er Physik an der University of California, Berkeley, wo er 1992 einen M.A. und 1994 unter der Aufsicht von Joseph Silk einen Ph.D. erwarb. Während seiner Zeit in Berkeley nahm er den Nachnamen seiner Mutter, Tegmark, an, da es viele Astronomen namens Shapiro gab, darunter einen seiner Professoren.

Akademische Karriere

Tegmark begann seine akademische Karriere als Assistenzprofessor an der University of Pennsylvania, wo er 2003 eine Festanstellung erhielt. 2004 wechselte er an die Abteilung für Physik am Massachusetts Institute of Technology, wo er seitdem als Professor tätig ist. Seine frühe Forschung konzentrierte sich auf Kosmologie, später weitete er sie auf maschinelles Lernen und KI-Sicherheit aus. Er hat zahlreiche Doktoranden und Postdoktoranden betreut und zu einer breiten Palette von Themen beigetragen, von der Analyse des kosmischen Mikrowellenhintergrunds bis hin zu interpretierbaren neuronalen Netzen.

Kosmologieforschung

Tegmark hat bedeutende Beiträge zur Präzisionskosmologie geleistet, indem er theoretische Arbeiten mit Beobachtungsdaten kombinierte, um kosmologische Modelle einzuschränken. Er entwickelte Datenanalysetools auf Basis der Informationstheorie und wandte sie auf Experimente zum kosmischen Mikrowellenhintergrund wie COBE, QMAP und WMAP sowie auf Galaxien-Rotverschiebungsdurchmusterungen wie die Las Campanas Redshift Survey, die 2dF Survey und den Sloan Digital Sky Survey an.

1998 führte er zusammen mit Daniel Eisenstein und Wayne Hu die Idee ein, baryonische akustische Oszillationen als Standardlineal zu verwenden, in einem Artikel, der in The Astrophysical Journal veröffentlicht wurde. Sein Artikel von 2000 in Physical Review E über Quantendekohärenz von Neuronen kam zu dem Schluss, dass die Dekohärenz zu schnell ist, als dass Roger Penroses Modell der orchestrierten objektiven Reduktion des Bewusstseins tragfähig wäre. 2003 berichtete Tegmark zusammen mit Angelica de Oliveira-Costa und Andrew Hamilton über die Entdeckung der anomalen Multipol-Ausrichtung in den WMAP-Daten, die manchmal als „Achse des Bösen“ bezeichnet wird.

Tegmark schlug 2007 auch die Hypothese des mathematischen Universums vor, die postuliert, dass das physische Universum eine mathematische Struktur ist. Diese Idee war umstritten; der Mathematiker Edward Frenkel charakterisierte sie eher als „Science-Fiction und Mystik“ denn als Wissenschaft.

Maschinelles Lernen und KI-Sicherheit

In den 2010er Jahren, nach etwa 25 Jahren in Kosmologie und Quanteninformation, verlagerte Tegmark seinen Forschungsschwerpunkt auf maschinelles Lernen und KI-Sicherheit. Am MIT arbeitete er daran, KI zur Förderung der Physik einzusetzen und KI mit Erkenntnissen aus der Physik zu verbessern. 2024 war er Mitautor eines Artikels, der Kolmogorov-Arnold-Netze (KANs) einführte, die sich grundlegend von typischen neuronalen Netzen unterscheiden und darauf ausgelegt sind, interpretierbarer zu sein. KANs basieren auf dem Kolmogorov-Arnold-Repräsentationstheorem, von dem zuvor angenommen wurde, dass es für maschinelles Lernen irrelevant sei. Diese Arbeit hat Auswirkungen auf die Deep-Learning- und Neuronale-Netze-Forschung und bietet eine potenzielle Alternative zu Standardarchitekturen.

Tegmark hat sich auch mit breiteren KI-Themen befasst, einschließlich der Sicherheit von großen Sprachmodellen und den gesellschaftlichen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz. Er hat an öffentlichen Debatten und politischen Diskussionen teilgenommen und betont oft die Notwendigkeit proaktiver Risikominderung.

Future of Life Institute

Tegmark gründete das Future of Life Institute (FLI) zusammen mit Anthony Aguirre, einem Professor an der University of California, Santa Cruz. Die Mission des Instituts ist es, „transformative Technologien von extremen, großflächigen Risiken weg und hin zum Nutzen des Lebens zu lenken“. Es konzentriert sich auf Forschung zur Minderung großflächiger Risiken, insbesondere solcher durch fortschrittliche KI. Der Vorstand umfasste Elon Musk, den Skype- und Kazaa-Gründer Jaan Tallinn, die Schauspieler Alan Alda und Morgan Freeman sowie einzelne Doktoranden, einschließlich Tegmarks Ehefrau Meia Chita-Tegmark.

FLI hat erhebliche Mittel erhalten, darunter eine Kryptowährungsspende von 665 Millionen Dollar von Vitalik Buterin im Jahr 2021, eine Spende von 10 Millionen Dollar von Elon Musk im Jahr 2015 und zusätzliche Mittel von Jaan Tallinn. Unter Tegmarks Führung hat FLI Forschung zur KI-Sicherheit unterstützt und offene Briefe veröffentlicht, die zur Vorsicht bei der KI-Entwicklung aufrufen.

2023 war Tegmark in eine Kontroverse verwickelt, als ihm vorgeworfen wurde, eine Absichtserklärung für ein Stipendium von 100.000 Dollar an das rechtsextreme Medienunternehmen Nya Dagbladet unterzeichnet zu haben, das letztendlich abgelehnt wurde. Tegmark erklärte, dass das Institut das Stipendium nach einer Sorgfaltsprüfung abgelehnt habe und dass es Nazi-, Neonazi- oder pro-Nazi-Gruppen als verabscheuungswürdig betrachte. Das Institut gab eine formelle Antwort heraus, in der es jegliche absichtliche Unterstützung solcher Gruppen bestritt.

Journalismus und öffentliches Engagement

2020 leitete Tegmark ein Forschungsprojekt am MIT, das sich auf die Klassifizierung von Nachrichtenberichten mit maschinellem Lernen konzentrierte, genannt „Improving the News“. Um die Arbeit zu skalieren, gründete er zusammen mit seiner Frau Meia Chita-Tegmark im Oktober 2020 die Improve the News Foundation (ITN), eine unpolitische gemeinnützige Organisation nach 501(c)(3). Das Produkt wurde 2023 in „Verity News“ umbenannt. Diese Initiative zielt darauf ab, Lesern zu helfen, komplexe Themen auf differenzierte Weise zu verstehen, indem KI eingesetzt wird, um Voreingenommenheit und Fehlinformationen zu reduzieren.

Tegmark hat auch für ein breites Publikum geschrieben, einschließlich seines Buches Life 3.0 von 2017, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Er hält häufig Vorträge und Interviews über KI-Risiken und die Zukunft der Menschheit.

Auszeichnungen und Anerkennung

Tegmark wurde 2012 zum Fellow der American Physical Society für seine Beiträge zur Kosmologie gewählt. Er hat weitere Ehrungen für seine Forschung und sein öffentliches Engagement erhalten. Seine Arbeit wurde vielfach zitiert, und er ist ein häufiger Redner auf Konferenzen zu KI und Physik.

Persönliches Leben

Tegmark ist mit Meia Chita-Tegmark verheiratet, einer Kognitionswissenschaftlerin und KI-Forscherin. Sie haben an Projekten zu KI und Medien zusammengearbeitet. Tegmark besitzt die doppelte schwedische und amerikanische Staatsbürgerschaft und hat den größten Teil seiner Karriere in den Vereinigten Staaten gelebt.

Siehe auch

Referenzen

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