Marcus Peter Francis du Sautoy (geboren am 26. August 1965) ist ein britischer Mathematiker, Autor und Rundfunkmoderator. Er bekleidet die Simonyi-Professur für das öffentliche Verständnis der Wissenschaft an der University of Oxford und ist Fellow des New College in Oxford. Du Sautoy ist weithin bekannt für seine Arbeit zur Popularisierung der Mathematik durch Bücher, Fernsehen und Radio sowie für seine Untersuchungen an der Schnittstelle von Mathematik, Kreativität und künstlicher Intelligenz (KI).
Seine akademische Forschung konzentriert sich auf Gruppentheorie und Zahlentheorie, wobei er klassische Werkzeuge der Zahlentheorie nutzt, um die Mathematik der Symmetrie zu erforschen. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und ist eine prominente Stimme in öffentlichen Debatten über Wissenschaft und Mathematik.
Frühes Leben und Ausbildung
Du Sautoy wurde in London als Sohn von Bernard du Sautoy, der in der Computerindustrie arbeitete, und Jennifer du Sautoy, einer ehemaligen Mitarbeiterin des Außenministeriums, geboren. Er wuchs in Henley-on-Thames auf. Sein Großvater, Peter du Sautoy, war Vorsitzender des Verlags Faber and Faber und verwaltete die Nachlässe von James Joyce und Samuel Beckett.
Er besuchte die Gillotts Comprehensive School und das King James's Sixth Form College (heute Henley College). Er studierte Mathematik am Wadham College in Oxford, wo er einen erstklassigen Honours-Abschluss erwarb. 1991 promovierte er über diskrete Gruppen, analytische Gruppen und Poincaré-Reihen, betreut von Dan Segal.
Karriere und Forschung
Du Sautoys akademische Arbeit konzentriert sich auf Gruppentheorie und Zahlentheorie, mit besonderem Interesse an der Mathematik der Symmetrie. Er war Fellow des All Souls College und des Wadham College in Oxford und diente als Präsident der Mathematical Association. Zudem bekleidete er Positionen als Senior Media Fellow des Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) und als Royal Society University Research Fellow. 1996 wurde ihm der Titel eines Professors für Mathematik verliehen.
Über die akademische Welt hinaus war du Sautoy ein regelmäßiger Beitragender zu BBC Radio 4s In Our Time und schrieb für The Times und The Guardian. Er leitet gemeinsam PRiSM, das Centre for Practice & Research in Science & Music am Royal Northern College of Music, das er zusammen mit der Komponistin Emily Howard gründete. In einem Artikel von 2006 im Magazin Seed diskutierte er die Hilbert-Pólya-Vermutung, die Quantenphysik mit der Riemannschen Vermutung verbindet.
Bücher und Schreiben
Du Sautoy hat mehrere populäre Mathematik- und Wissenschaftsbücher verfasst, darunter The Music of the Primes, Finding Moonshine, Symmetry: A Journey into the Patterns of Nature, The Num8er My5teries, What We Cannot Know und The Great Unknown. Sein jüngstes Werk, The Creativity Code, untersucht, wie maschinelles Lernen und generative KI lernen zu schreiben, zu malen und zu denken, und beleuchtet das Potenzial von KI, kreativ zu sein. Weitere Titel umfassen Thinking Better: The Art of the Shortcut, Around the World in 80 Games und Blueprints: How mathematics shapes creativity.
Fernsehen und Medien
Du Sautoy hat zahlreiche Fernsehprogramme präsentiert, darunter die BBC-Four-Serien Mind Games und The Story of Maths. Er moderierte gemeinsam mit Dara Ó Briain School of Hard Sums, in der mathematische Probleme mit rigorosen und experimentellen Methoden angegangen wurden. 2006 hielt er die Royal Institution Christmas Lectures unter dem Titel The Num8er My5teries, erst das dritte Mal, dass Mathematik das Thema war. Zu seinen weiteren Fernseharbeiten gehören Dokumentationen wie The Music of the Primes, The Code und The Secret Rules of Modern Living: Algorithms. 2012 präsentierte er Horizon: The Hunt for AI, in der er den Fortschritt des Deep Learning und die Suche nach der Schaffung denkender Maschinen untersuchte.
Auszeichnungen und Ehrungen
Du Sautoy erhielt 2001 den Berwick-Preis der London Mathematical Society für herausragende Forschung. 2009 gewann er den Michael-Faraday-Preis der Royal Society für herausragende Leistungen in der Wissenschaftskommunikation. Er wurde im Rahmen der New Year Honours 2010 zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) für seine Verdienste um die Wissenschaft ernannt. Zudem wurde er von The Independent on Sunday zu einem der führenden Wissenschaftler Großbritanniens ernannt.