Marc Rotenberg (geboren am 20. April 1960) ist ein amerikanischer Anwalt, Datenschutzaktivist und eine führende Stimme in der Politik für künstliche Intelligenz und Bürgerrechte. Er ist Gründer und geschäftsführender Direktor des Center for AI and Digital Policy (CAIDP), einer unabhängigen gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Washington, D.C., die sich der Governance von künstlicher Intelligenz und dem Schutz demokratischer Werte widmet. Rotenberg hat zuvor das Electronic Privacy Information Center (EPIC) über zwei Jahrzehnte mitgegründet und geleitet und damit die Debatten über Privatsphäre und Überwachung in den Vereinigten Staaten und international geprägt.
Rotenbergs Karriere umfasst Recht, Technologie und gemeinnützige Interessenvertretung. Er hat vor dem US-Kongress, der 9/11-Kommission, dem Europäischen Parlament, der UNESCO und der OECD ausgesagt und zu internationalen Rahmenwerken für KI-Regulierung beigetragen, einschließlich der Universal Guidelines for AI. Er unterrichtet außerdem Datenschutzrecht und KI an der Georgetown University.
Frühes Leben und Ausbildung
Rotenberg wurde in Boston, Massachusetts, geboren. Er erwarb einen A.B. in Sozialwissenschaften und Informatik am Harvard College, wo er Gründungsredakteur der Harvard International Review und Lehrbeauftragter für Informatik war. Anschließend erhielt er einen J.D. von der Stanford Law School, wo er als Artikelredakteur der Stanford Law Review und Präsident der Stanford Public Interest Law Foundation tätig war. Später erwarb er einen LL.M. in Internationalem und Vergleichendem Recht am Georgetown University Law Center.
Karriere
Nach dem Jurastudium war Rotenberg als Rechtsberater für US-Senator Patrick Leahy im Justizausschuss des Senats tätig, mit Schwerpunkt auf Recht, Technologie und Bürgerrechten. In den 1980er und frühen 1990er Jahren beteiligte er sich an gemeinnützigen Technologieinitiativen, darunter Computer Professionals for Social Responsibility und die Konferenz Computers, Freedom, and Privacy. Er gründete außerdem die Public Interest Computer Association, um gemeinnützigen Organisationen den Einsatz von Computertechnologie zu ermöglichen.
1994 gründete Rotenberg das Electronic Privacy Information Center (EPIC) mit, eine gemeinnützige Forschungsorganisation in Washington, D.C. Als Präsident und geschäftsführender Direktor leitete er die Interessenvertretung in den Bereichen Privatsphäre, Überwachung, Verbraucherschutz, Cybersicherheit und Regierungstransparenz. Unter seiner Führung verfolgte EPIC Rechtsstreitigkeiten, Anfragen nach dem Freedom of Information Act und politische Initiativen im Zusammenhang mit neuen Technologien. Rotenberg verließ EPIC im Jahr 2020, wobei der Vorstand seine Beiträge zur Datenschutzvertretung würdigte.
Center for AI and Digital Policy
Im Jahr 2020 gründete Rotenberg das Center for AI and Digital Policy (CAIDP), eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die sich auf KI-Governance und demokratische Werte konzentriert. CAIDP führt Forschung, Politikanalyse, Schulungen und internationale Interessenvertretung zu KI-Regulierung, algorithmischer Rechenschaftspflicht und Menschenrechten durch. Bis 2025 verfügte die Organisation über ein globales Forschungsnetzwerk, das mehr als 120 Länder umfasste, und veröffentlichte jährliche vergleichende Bewertungen nationaler KI-Politiken.
Rotenberg ist ein prominenter Befürworter internationaler Rahmenwerke für KI-Governance und hat zu den Universal Guidelines for AI beigetragen, einem auf Menschenrechten basierenden Rahmenwerk, das von Experten weltweit unterstützt wird. Er war Mitglied der OECD AI Group of Experts und beriet Regierungen und internationale Institutionen in KI-Politik.
Forschung und politische Arbeit
Rotenbergs Arbeit konzentriert sich auf Datenschutzrecht, Datenschutz, Regierungstransparenz, Cybersicherheit und KI-Governance. Er hat vor dem US-Kongress, der 9/11-Kommission, dem Europäischen Parlament, der UNESCO und der OECD ausgesagt. Er hat außerdem an Expertengremien für Organisationen wie die OECD, die UNESCO, die Internationale Fernmeldeunion und den Europarat teilgenommen.
Seine Interessenvertretung hat Debatten über maschinelles Lernen und generative KI beeinflusst, wobei er die Notwendigkeit von Menschenrechten und Rechenschaftspflicht bei der Entwicklung von großen Sprachmodellen und anderen KI-Systemen betont. Er hat eine robuste Aufsicht über KI-Technologien gefordert, die in Überwachung, Einstellung und öffentlichen Diensten eingesetzt werden.
Publikationen
Rotenberg hat zahlreiche Bücher und Nachschlagewerke zu Datenschutzrecht und Technologiepolitik verfasst, herausgegeben oder mitherausgegeben, darunter:
- The AI Policy Sourcebook (2025)
- Privacy and Society (2016, mit Anita Allen)
- Privacy in the Modern Age: The Search for Solutions (2015)
- The Privacy Law Sourcebook
- Information Privacy Law
- Litigation Under the Federal Open Government Laws
Ehrungen und Auszeichnungen
Rotenberg hat mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, darunter den ACM Policy Award (2021), den ABA Cyberspace Law Excellence Award, den World Technology Award for Law, den Norbert Wiener Award for Social and Professional Responsibility und die Georgetown University Vicennial Medal for Distinguished Service. Er ist Mitglied der American Bar Foundation, des American Law Institute, des Council on Foreign Relations und des European Law Institute.
Persönliches Leben
Rotenberg wuchs in Boston, Massachusetts, auf. Sein Bruder Jonathan Rotenberg gründete die Boston Computer Society. Außerhalb seiner beruflichen Arbeit ist Rotenberg ein versierter Schachspieler und gewann die Schachmeisterschaft von Washington, D.C., in den Jahren 2007, 2008 und 2010. Er hat Schachbildungsinitiativen an öffentlichen Schulen gefördert und ist ein lizenzierter Kapitän der United States Coast Guard.