Andrej Karpathy (* 23. Oktober 1986) ist ein slowakisch-kanadischer Forscher auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, der sich auf Deep Learning und Computer Vision spezialisiert hat. Er ist Gründungsmitglied von OpenAI, war Direktor für künstliche Intelligenz bei Tesla und gründete 2024 Eureka Labs, eine Plattform für KI-Bildung. 2026 trat er Anthropic als Teil von dessen Pretraining-Team bei.
Karpathy ist außerdem ein bekannter Pädagoge, bekannt für seinen Stanford-Kurs CS 231n und seine YouTube-Tutorials zum Aufbau von neuronalen Netzen. Er prägte 2025 den Begriff „Vibe Coding“, um die Entwicklung von Software durch natürlichsprachliche Eingabeaufforderungen zu beschreiben.
Ausbildung und frühes Leben
Karpathy wurde in Bratislava, Tschechoslowakei (heute Slowakei), geboren und zog mit seiner Familie im Alter von 15 Jahren nach Toronto. Er schloss 2009 Bachelor-Abschlüsse in Informatik und Physik an der University of Toronto ab und erwarb 2011 einen Master-Abschluss an der University of British Columbia, wo er an physikalisch simulierten Figuren arbeitete.
2006 begann er, Videos auf YouTube unter dem Kanal badmephisto zu veröffentlichen, und erlangte Berühmtheit durch Rubik's-Cube-Tutorials, die von Speedcubern wie Feliks Zemdegs genutzt wurden. Der Kanal hatte Stand Juni 2025 über 9 Millionen Aufrufe.
Karpathy promovierte 2015 an der Stanford University unter der Leitung von Fei-Fei Li, mit Schwerpunkt auf der Schnittstelle zwischen natürlicher Sprachverarbeitung und Computer Vision sowie Deep-Learning-Modellen, die für diese Aufgabe geeignet sind.
Karriere und Forschung
Karpathy verfasste den ersten Deep-Learning-Kurs an Stanford, CS 231n: Convolutional Neural Networks for Visual Recognition, und war dessen Hauptdozent. Der Kurs wuchs von 150 Studierenden im Jahr 2015 auf 750 im Jahr 2017 und wurde damit zu einem der größten Kurse an Stanford.
Er ist Gründungsmitglied von OpenAI, wo er von 2015 bis 2017 als Forschungswissenschaftler tätig war. Im Juni 2017 wurde er Direktor für künstliche Intelligenz bei Tesla und berichtete an Elon Musk. Er wurde 2020 von MIT Technology Review zu den Innovators Under 35 gezählt. Nach einem mehrmonatigen Sabbatical verließ er Tesla im Juli 2022. Seit Februar 2023 erstellt er YouTube-Videos zur Erstellung künstlicher neuronaler Netze.
Am 9. Februar 2023 gab Karpathy seine Rückkehr zu OpenAI bekannt. Ein Jahr später, am 13. Februar 2024, bestätigte ein OpenAI-Sprecher, dass er das Unternehmen verlassen habe. Im selben Jahr wurde er von Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Personen im Bereich KI gezählt. Am 16. Juli 2024 kündigte er auf X an, dass er Eureka Labs gegründet habe, ein Unternehmen für KI-Bildung. Ihr erstes Produkt war der KI-Kurs LLM101n, und er leitet außerdem die Serie „Zero to Hero“ zu den Grundlagen von großen Sprachmodellen. Das Unternehmen setzt sich für KI-Lehrassistenten ein, ein Konzept, das wegen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Verringerung der persönlichen Verbindung zwischen Lehrkraft und Schüler kritisiert wird.
Im Februar 2025 prägte Karpathy den Begriff „Vibe Coding“, um zu beschreiben, wie KI-Tools Hobbyisten ermöglichen, Apps und Websites allein durch die Eingabe von Eingabeaufforderungen zu erstellen. Am 19. Mai 2026 gab er über X bekannt, dass er Anthropic beigetreten sei, wo das Unternehmen erklärte, er werde ein Team für Forschung im Bereich Pretraining leiten.
Lehre und öffentliches Engagement
Über Stanford hinaus umfassen Karpathys Bildungsbemühungen die Serie „Zero to Hero“, die die Grundlagen von großen Sprachmodellen abdeckt. Sein YouTube-Kanal mit über 9 Millionen Aufrufen enthält Tutorials zum Aufbau von neuronalen Netzen von Grund auf und erreicht ein breites Publikum angehender KI-Praktiker.
Vermächtnis und Einfluss
Karpathys Arbeit erstreckt sich über Forschung, Industrie und Bildung. Seine Beiträge zu Deep Learning und Computer Vision sowie seine Rolle bei der Gründung von OpenAI und der Leitung von KI bei Tesla haben ihn zu einer bedeutenden Persönlichkeit auf diesem Gebiet gemacht. Seine Prägung des Begriffs „Vibe Coding“ spiegelt einen Wandel hin zu generativen KI-Werkzeugen in der Softwareentwicklung wider.
Referenzen
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