Jérôme Pesenti ist ein französischer Informatiker und Technologiemanager, der prominente Rollen in der Forschung und Industrie im Bereich der künstlichen Intelligenz innehatte. Von 2018 bis 2021 war er Vizepräsident für künstliche Intelligenz bei Meta (ehemals Facebook), wo er die KI-Strategie und Forschungsbemühungen des Unternehmens leitete. Zuvor war er CEO von BenevolentAI, einem Unternehmen zur Medikamentenentwicklung, das KI einsetzt, und bekleidete leitende Positionen bei IBM Watson. Im Jahr 2022 gründete er Sizzle AI, ein Startup, das sich auf die Entwicklung KI-gestützter Bildungswerkzeuge konzentriert.
Pesentis Karriere umfasst sowohl akademische Forschung als auch industrielle Anwendungen von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Er hat zur Entwicklung groß angelegter KI-Systeme beigetragen und sich als entschiedener Befürworter eines verantwortungsvollen KI-Einsatzes positioniert. Seine Arbeit hat beeinflusst, wie KI in Verbraucherprodukte und Unternehmenslösungen integriert wird.
Frühe Karriere und Ausbildung
Pesenti studierte Informatik in Frankreich und erwarb einen Abschluss an der École Normale Supérieure in Paris. Er begann seine Karriere in den 1990er Jahren mit Forschung zu neuronalen Netzen und natürlicher Sprachverarbeitung. Er trat dem französischen Unternehmen Crédit Lyonnais als Datenwissenschaftler bei, wo er maschinelles Lernen auf Finanzmodellierung anwendete. Im Jahr 2000 zog er in die Vereinigten Staaten, um am IBM T.J. Watson Research Center zu arbeiten, wo er zu Projekten zur Beantwortung von Fragen und zum kognitiven Rechnen beitrug.
Bei IBM war Pesenti an der frühen Entwicklung von Watson beteiligt, dem System, das später durch den Sieg in der Quizshow Jeopardy! im Jahr 2011 berühmt wurde. Er leitete Teams, die an Deep-Learning- und Large-Language-Model-Technologien arbeiteten, und trug so zur Weiterentwicklung des Bereichs generative KI bei. Seine Arbeit bei IBM umfasste auch Kooperationen mit Nokia Bell Labs und anderen Forschungseinrichtungen.
Führung bei BenevolentAI und Meta
Im Jahr 2016 wurde Pesenti CEO von BenevolentAI, einem in London ansässigen Startup, das KI zur Beschleunigung der Medikamentenentwicklung einsetzte. Unter seiner Führung entwickelte das Unternehmen Algorithmen zur Analyse biomedizinischer Literatur und zur Identifizierung potenzieller Behandlungen für Krankheiten. Er überwachte Partnerschaften mit Pharmaunternehmen und half, erhebliche Mittel für das Unternehmen einzuwerben.
Im Jahr 2018 trat Pesenti Meta als Vizepräsident für KI bei. Er war verantwortlich für die Leitung der KI-Forschungslabore des Unternehmens, einschließlich des FAIR-Teams (Facebook AI Research), und für die Integration von KI in Produkte wie Empfehlungssysteme und Inhaltsmoderation. Er arbeitete mit Forschern wie Jakob Uszkoreit und Llion Jones an Transformer-basierten Modellen. Während seiner Amtszeit investierte Meta stark in Machine-Learning-Infrastruktur und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zu Themen wie Multi-Head-Attention und Encoder-Decoder-Architekturen.
Pesenti verließ Meta im Jahr 2021, Berichten zufolge aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über den Ansatz des Unternehmens zu KI-Sicherheit und offener Forschung. Seitdem hat er das Tempo der KI-Entwicklung kritisiert und eine strengere Bewertung von Large-Language-Model-Systemen gefordert.
Sizzle AI und spätere Unternehmungen
Im Jahr 2022 gründete Pesenti Sizzle AI, ein Startup, das darauf abzielt, KI-Tutoren für Schüler zu entwickeln. Das Unternehmen entwickelte eine App, die generative KI nutzt, um Benutzern durch interaktiven Dialog bei der Lösung von Mathematik- und Wissenschaftsproblemen zu helfen. Sizzle AI sammelte Startkapital von Investoren, darunter OpenAI-Mitbegründer Jack Clark und anderen Technologieunternehmern.
Der Ansatz von Sizzle AI nutzt Deep-Learning-Techniken, um Schüleranfragen zu verstehen und Schritt-für-Schritt-Erklärungen zu liefern. Die App konzentrierte sich zunächst auf Mathematik der Mittel- und Oberstufe, erweiterte sich jedoch auf andere Fächer. Pesenti hat die Bedeutung betont, KI-Bildungswerkzeuge zugänglich und erschwinglich zu machen.
Im Jahr 2024 verlagerte Sizzle AI seinen Fokus auf Unternehmensanwendungen und bot maßgeschneiderte KI-Lösungen für Unternehmen an. Das Unternehmen hat Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen und Technologiefirmen geschlossen, um seine Modelle einzusetzen. Pesenti ist weiterhin CEO und leitet die technische Ausrichtung des Unternehmens.
Beiträge zur KI-Forschung und -Politik
Im Laufe seiner Karriere hat Pesenti Forschung zu Neuronale-Netze-Optimierung und Learning-Rate-Schedule-Techniken veröffentlicht. Er hat sich für Curriculum-Learning- und Data-Augmentation-Methoden zur Verbesserung der Modellleistung eingesetzt. Er hat sich auch öffentlich zu den Risiken von KI geäußert, einschließlich Voreingenommenheit und Fehlinformationen, und branchenweite Standards gefordert.
Pesenti war in Beiräten mehrerer KI-Organisationen tätig und hat Startups in diesem Bereich betreut. Er hat zu Diskussionen über KI-Regulierung beigetragen, indem er vor Regierungsgremien über die Notwendigkeit von Transparenz in KI-Systemen aussagte. Seine Ansichten zu Model-Pruning und Effizienz haben beeinflusst, wie Unternehmen KI auf ressourcenbeschränkten Geräten einsetzen.
Persönliches Leben und Anerkennung
Pesenti lebt in der San Francisco Bay Area. Er wurde als Führungspersönlichkeit in der KI anerkannt und erhielt Auszeichnungen von Branchengruppen und akademischen Institutionen. Er ist ein häufiger Redner auf Konferenzen wie NeurIPS und ICML, wo er Einblicke in die Skalierung von KI-Systemen geteilt hat.
Trotz seines kommerziellen Fokus bleibt Pesenti in der akademischen Forschung engagiert und arbeitet mit Universitäten wie MIT CSAIL und Stanford AI Lab zusammen. Er hat auch Bemühungen unterstützt, KI-Bildung inklusiver zu gestalten, indem er Stipendien für unterrepräsentierte Studierende in der Informatik finanzierte.
Seine Karriere spiegelt die Entwicklung der KI von akademischer Neugier zu einer Kerntechnologie in großen Branchen wider. Stand 2025 leitet Pesenti weiterhin Sizzle AI und bleibt eine einflussreiche Stimme in der KI-Gemeinschaft.