Aus dem Englischen übersetzt

Jared Cohen ist ein amerikanischer Geschäftsmann und Präsidentschaftshistoriker, Präsident für Globale Angelegenheiten bei Goldman Sachs und Gründer von Jigsaw, mit Fokus auf geopolitische KI-Risiken und Internet-Governance.

Jared Andrew Cohen (geboren am 24. November 1981) ist ein US-amerikanischer Geschäftsmann und Präsidentschaftshistoriker, der als Präsident für Globale Angelegenheiten und Co-Leiter des Goldman Sachs Global Institute bei Goldman Sachs tätig ist. Zuvor gründete und leitete er Jigsaw (ehemals Google Ideas), einen Technologie-Inkubator, der sich auf Internet-Governance und Sicherheit konzentrierte. Cohen ist bekannt für seine Arbeit an der Schnittstelle von Technologie, Diplomatie und Politik, insbesondere in Bezug auf geopolitische Risiken im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und digitaler Infrastruktur.

Cohen hatte Positionen im US-Außenministerium, bei Google und im Council on Foreign Relations inne. Seine Karriere umfasst Regierungsdienst, Führung in der Technologiebranche und Strategie im Finanzsektor, mit einem Schwerpunkt auf Counter-Radikalisierung, Internetfreiheit und den Auswirkungen neuer Technologien auf globale Angelegenheiten.

Frühes Leben und Ausbildung

Cohen wurde in einer jüdischen Familie in Weston, Connecticut, geboren. Er erwarb 2004 einen Bachelor-Abschluss an der Stanford University mit Hauptfach Geschichte und Politikwissenschaft und Nebenfach Afrikastudien. Später studierte er als Rhodes-Stipendiat an der Universität Oxford, wo er einen Master-Abschluss in Internationalen Beziehungen erhielt.

Karriere im US-Außenministerium

Cohen trat 2006 im Alter von 24 Jahren dem Policy Planning Staff des Außenministers bei, zunächst unter Condoleezza Rice während der Bush-Regierung. Er war einer der wenigen Mitarbeiter, die von Hillary Clinton übernommen wurden, als diese Außenministerin wurde. Sein Aufgabenbereich umfasste Terrorismusbekämpfung, Counter-Radikalisierung, Angelegenheiten des Nahen Ostens und Südasiens sowie Internetfreiheit. Cohen war ein früher Anwender von sozialen Medien in der Regierung; bis April 2010 hatte er die drittgrößte Twitter-Gefolgschaft unter US-Regierungsbeamten, hinter Barack Obama und John McCain.

Während der iranischen Wahlproteste im Juni 2009 kontaktierte Cohen Twitter, um zu bitten, dass geplante Wartungsarbeiten verschoben werden, da die Protestierenden auf die Plattform angewiesen waren, um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Diese Aktion verstieß Berichten zufolge gegen die Nichteinmischungspolitik der Obama-Regierung und zog Kritik aus dem Weißen Haus auf sich, obwohl Clinton später mit Stolz darauf verwies. Cohen beriet auch Richard Holbrooke, den Sonderbeauftragten für Afghanistan und Pakistan, und reiste mit ihm nach Afghanistan, um Strategien für strategische Kommunikation zu entwickeln.

Cohen verließ das Außenministerium am 2. September 2010. Er war ein Architekt dessen, was später als "Staatskunst des 21. Jahrhunderts" bezeichnet wurde, ein Konzept, das die Nutzung digitaler Werkzeuge in der Diplomatie fördert.

Google und Jigsaw

Im Oktober 2010 wurde Cohen als erster Direktor von Google Ideas eingestellt, einem neuen Zweig innerhalb von Google. Mit der Gründung von Alphabet Inc. wurde Google Ideas zu Jigsaw ausgegliedert, das Cohen gründete und bis 2022 leitete. Jigsaw zielte darauf ab, Technologien zu entwickeln, um Probleme wie gewalttätigen Extremismus, Online-Zensur und den Zugang zu Informationen für gefährdete Bevölkerungsgruppen anzugehen. Zu seinen Produkten gehörten Werkzeuge zur Bekämpfung von Radikalisierung und zur Verteidigung gegen Cyber-Bedrohungen.

Jigsaws Arbeit stieß sowohl auf Lob als auch auf Kritik. Ein Bericht von Vice Motherboard aus dem Jahr 2019 beschrieb ein toxisches Arbeitsumfeld, Missmanagement und eine schlechte Bindung von Ingenieurinnen und Forscherinnen. Trotz dieser Herausforderungen erlangte Cohen Anerkennung für seine Führungsrolle in der Technologiepolitik. Im Juni 2022 sprach er vor dem UN-Sicherheitsrat und warnte, dass russische Cyberangriffe und Desinformation in der Ukraine ein "Kristallkugel" für zukünftige globale Bedrohungen seien, und forderte eine Abschreckungsdoktrin für den Cyber-Bereich.

Techno-Demokratie und Goldman Sachs

Im November 2020 verfasste Cohen gemeinsam mit Richard Fontaine einen Artikel in Foreign Affairs, der das Konzept der "Techno-Demokratie" formulierte. Dieses schlug eine "T-12"-Gruppe fortgeschrittener Demokratien vor, um mit China bei Technologiefragen zu konkurrieren - ein Konzept, das Unterstützung von Außenminister Antony Blinken und Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan erhielt.

Im Juli 2022 gab Goldman Sachs die Einstellung von Cohen als Präsident für Globale Angelegenheiten und Co-Leiter des Office of Applied Innovation bekannt. Er trat im August als Partner und Mitglied des Management Committee bei. Im Oktober 2023 gründete er gemeinsam mit George Lee das Goldman Sachs Global Institute, das sich auf neue Technologien und deren geopolitische Auswirkungen konzentriert.

Vermächtnis und Einfluss

Cohen wurde 2013 von Time zu einer der 100 einflussreichsten Personen ernannt. Seine Arbeit hat Diskussionen über Internet-Governance, Counter-Radikalisierung und die Rolle von Technologie in der Außenpolitik geprägt. Bei Goldman Sachs befasst er sich weiterhin mit generativen KI-Risiken und der Schnittstelle zwischen großen Sprachmodellen und globaler Sicherheit, wobei er auf seinen Hintergrund in Regierung und Technologie zurückgreift.

Cohens Karriere spiegelt einen breiteren Trend von technologieaffinen Politikgestaltern wider, die beeinflussen, wie Nationen digitale Bedrohungen und Chancen angehen. Sein Einsatz für internationale Zusammenarbeit bei Cyber-Fragen bleibt relevant, da Systeme der künstlichen Intelligenz zunehmend in kritische Infrastruktur und geopolitische Strategie integriert werden.

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