Aus dem Englischen übersetzt

Fei-Fei Li ist eine in China geborene amerikanische Informatikerin, die für die Erstellung von ImageNet bekannt ist, einem wegweisenden Datensatz im Bereich der Computer Vision. Sie ist Professorin an der Stanford University und Co-Direktorin des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence, mit einer Karriere, die sowohl die akademische Welt als auch die Industrie umfasst.

Fei-Fei Li (chinesisch: 李飞飞; Pinyin: Lǐ Fēifēi; geboren am 3. Juli 1976) ist eine in China geborene amerikanische Informatikerin, die vor allem für die Schaffung von ImageNet bekannt ist, dem Datensatz, der in den 2010er Jahren rasante Fortschritte im Bereich der Computer Vision ermöglichte. Sie ist Professorin für Informatik an der Stanford University mit Forschungsschwerpunkten in künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen, Deep Learning, Computer Vision und kognitiver Neurowissenschaft. Li hat den Titel „Die Patin der KI" (The Godmother of AI) erhalten.

Li ist Co-Direktorin des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence und Co-Direktorin des Stanford Vision and Learning Lab. Von 2013 bis 2018 war sie Chief Scientist für KI/ML bei Google Cloud und Direktorin des Stanford Artificial Intelligence Laboratory. Im Jahr 2017 war sie Mitbegründerin von AI4ALL, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für mehr Vielfalt im Bereich der künstlichen Intelligenz einsetzt. Im Jahr 2023 wurde Li zu einer der 100 einflussreichsten Personen im Bereich KI des Time Magazine ernannt.

Frühes Leben und Ausbildung

Li wurde 1976 in Peking, China, geboren und wuchs in Chengdu, Sichuan, auf. Sie besuchte die Sichuan Chengdu No.7 High School. Als sie 12 Jahre alt war, wanderte ihr Vater nach Parsippany, New Jersey, aus. Als sie 16 war, zogen Li und ihre Mutter zu ihm in die Vereinigten Staaten. Während ihrer Zeit an der Parsippany High School arbeitete Li an den Wochenenden in der Reinigung ihrer Familie. Sie schloss die Parsippany High School 1995 ab und wurde 2017 in deren Hall of Fame aufgenommen.

Li absolvierte ihr Grundstudium an der Princeton University, wo sie 1999 einen Bachelor of Arts mit Hauptfach Physik erhielt. Ihre Abschlussarbeit, „Auditory binaural correlogram difference: a new computational model for Huggins dichotic pitch", wurde von Bradley Dickinson, Professor für Elektrotechnik, betreut. Während ihrer Princeton-Zeit kehrte Li an den meisten Wochenenden nach Hause zurück, um das Reinigungsgeschäft der Familie zu führen, und arbeitete als Spüler, um das Einkommen aufzubessern.

Li absolvierte ihr Graduiertenstudium am California Institute of Technology, wo sie 2001 einen Master of Science in Elektrotechnik und 2005 einen Doktor der Philosophie in Elektrotechnik erhielt. Ihre Dissertation, „Visual Recognition: Computational Models and Human Psychophysics", wurde von Pietro Perona und Christof Koch betreut. Ihr Graduiertenstudium wurde durch das Graduate Research Fellowship der National Science Foundation und die Paul & Daisy Soros Fellowships for New Americans unterstützt.

Karriere und Forschung

Von 2005 bis 2006 war Li Assistenzprofessorin in der Abteilung für Elektro- und Computertechnik an der University of Illinois Urbana-Champaign und von 2007 bis 2009 Assistenzprofessorin in der Abteilung für Informatik an der Princeton University. Sie kam 2009 als Assistenzprofessorin nach Stanford, wurde 2012 zur außerordentlichen Professorin mit Tenure befördert und 2018 zur ordentlichen Professorin. In Stanford war Li von 2013 bis 2018 Direktorin des Stanford Artificial Intelligence Lab (SAIL). Ihre Forschung konzentriert sich auf Computer Vision, Deep Learning und kognitive Neurowissenschaft mit über 300 begutachteten Veröffentlichungen. Sie wurde neben Dr. John Etchemendy Gründungs-Co-Direktorin des Stanford Human-Centered AI Institute, was ihren Zielen entspricht, KI-Forschung, -Bildung, -Politik und -Praxis voranzutreiben.

Während ihrer Zeit in Princeton im Jahr 2007 leitete Li die Entwicklung von ImageNet, einer massiven visuellen Datenbank, die darauf ausgelegt war, die Objekterkennung in der KI zu verbessern. Das Projekt umfasste die Kennzeichnung von über 14 Millionen Bildern mithilfe von Amazon Mechanical Turk und inspirierte die ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge (ILSVRC), die Fortschritte im Deep Learning katalysierte und zu dramatischen Verbesserungen der Bildklassifizierungsleistung führte. Die Datenbank adressierte einen zentralen Engpass in der Computer Vision: den Mangel an großen, annotierten Datensätzen zum Training von neuronalen Netzen. Heute gilt ImageNet als Eckpfeiler-Innovation, die Fortschritte bei autonomen Fahrzeugen, Gesichtserkennung und medizinischer Bildgebung untermauert.

Branchenrollen und Initiativen

Während eines Sabbaticals von Stanford von Januar 2017 bis Herbst 2018 wechselte Li als Chief Scientist für KI/ML und Vizepräsidentin zu Google Cloud. Bei Google konzentrierte sich ihr Team auf die Demokratisierung der KI-Technologie und die Senkung von Hürden für Unternehmen und Entwickler, einschließlich der Entwicklung von Produkten wie AutoML. Im September 2017 sicherte sich Google einen Auftrag des Verteidigungsministeriums namens Project Maven, der darauf abzielte, KI-Techniken zur Interpretation von Drohnenkamerabildern einzusetzen. Google sagte protestierenden Mitarbeitern, ihre Rolle sei „ausdrücklich auf nicht-offensive Zwecke beschränkt". Im Juni 2018 erklärte Google, den Vertrag nicht zu verlängern. In durchgesickerten internen E-Mails äußerte Li Begeisterung für die Google-Cloud-Rolle in Project Maven, warnte jedoch davor, die KI-Komponente zu erwähnen, und verwies auf die öffentliche Assoziation mit autonomen Waffen. Auf die Frage nach diesen E-Mails sagte Li der New York Times: „Ich glaube an menschenzentrierte KI, die Menschen auf positive und wohlwollende Weise zugutekommt. Es widerspricht zutiefst meinen Prinzipien, an einem Projekt zu arbeiten, das meiner Meinung nach KI bewaffnen soll." Im Herbst 2018 verließ Li Google und kehrte nach Stanford zurück.

Im Jahr 2023 leitete Li gemeinsam den Start von RAISE-Health (Responsible AI for Safe and Equitable Health) an der Stanford University in Zusammenarbeit mit Stanford Medicine, um Rahmenwerke für den verantwortungsvollen Einsatz von KI im Gesundheitswesen zu entwickeln, einschließlich klinischer Versorgung, biomedizinischer Forschung und Patientensicherheit. Laut ihrem Stanford-Profil befand sie sich von Januar 2024 bis Ende 2025 in teilweisem akademischen Urlaub, um sich auf unternehmerische Vorhaben zu konzentrieren.

Anerkennung und Unternehmertum

Li erhielt 2017 den Intel Lifetime Achievements Innovation Award für ihre Beiträge zur künstlichen Intelligenz. Sie wurde 2020 zum Mitglied der National Academy of Engineering und der National Academy of Medicine sowie 2021 zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt. Im Jahr 2023 wurde sie in den Wissenschaftlichen Beirat der Vereinten Nationen berufen, der von Generalsekretär António Guterres eingerichtet wurde. Im Jahr 2024 wurde Li in die einflussreichste asiatische A100-Liste von Gold House aufgenommen. Im Jahr 2025 wurde sie als eine der „Architekten der KI" für die Person des Jahres des Time Magazine benannt.

Im Jahr 2024 sammelte Li 230 Millionen US-Dollar für ein Start-up namens World Labs, das sie und drei Kollegen gründeten, um „räumliche Intelligenz"-KI-Technologie zu entwickeln, die versteht, wie die dreidimensionale physische Welt funktioniert. Im Jahr 2026 sammelte World Labs 1 Milliarde US-Dollar. Li hat auch auf Ungleichheiten zwischen privaten KI-Investitionen und akademischer Unterstützung hingewiesen und sich für eine stärkere öffentliche Forschungsförderung eingesetzt.

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