Aus dem Englischen übersetzt

Dieselpunk ist ein retrofuturistisches Science-Fiction-Subgenre, das die Ästhetik der Diesel-Ära (1918-1950er Jahre) mit postmodernen Empfindungen verbindet und 2001 vom Spieldesigner Lewis Pollak geprägt wurde. Es wird häufig in KI-Bild- und Video-Prompts verwendet, um Art Deco, Noir und Technologie der Zwischenkriegszeit hervorzurufen.

Dieselpunk ist ein retrofuturistisches Subgenre der Science-Fiction, das die Ästhetik dieselbasierter Technologie aus der Zwischenkriegszeit bis in die 1950er Jahre mit retro-futuristischer Technologie und postmodernen Sensibilitäten verbindet. Der Begriff wurde 2001 vom Spieldesigner Lewis Pollak für sein Tabletop-Rollenspiel Children of the Sun geprägt und wird seitdem auf bildende Kunst, Musik, Filme, Belletristik und Ingenieurwesen angewendet. Im Kontext von Generative AI und Prompt-Writing dient Dieselpunk als stilistisches Schlüsselwort, das Modelle dazu anleitet, Bilder und Videos zu erzeugen, die von Art-Deco-Linien, Noir-Atmosphäre und der rauen Maschinerie des frühen 20. Jahrhunderts geprägt sind.

Der Name leitet sich von Cyberpunk ab und spiegelt die Zeit vom Ersten Weltkrieg bis in die 1950er Jahre wider, als dieselbasierte Fortbewegung die westliche Technologie dominierte. Das Suffix „-punk“ signalisiert eine gegenkulturelle Haltung gegenüber zeitgenössischen Ästhetiken, ähnlich wie bei Steampunk, unterscheidet sich jedoch durch den Fokus auf Dieselmotoren und die kulturelle Stimmung der Epoche.

Ursprung und Etymologie

Der Begriff „Dieselpunk“ wurde 2001 vom Spieldesigner Lewis Pollak geprägt, um sein Tabletop-Rollenspiel Children of the Sun zu beschreiben. Der Name kombiniert „Diesel“, das den Treibstoff und die Motorentechnologie der Epoche referenziert, mit „Punk“, einem aus dem Cyberpunk entlehnten Suffix, das eine rebellische, anti-establishmentäre Haltung bezeichnet. Das Genre lässt sich von der Diesel-Ära inspirieren, einer Zeit, die grob mit den Zwischenkriegsjahren (1918-1939) zusammenfällt, obwohl einige sie bis in die frühen 1950er Jahre ausdehnen, die durch den Aufstieg des Fernsehens und den Niedergang der Big-Band-Musik zugunsten des Rock ’n‘ Roll geprägt war.

Dieselpunk wird oft mit Steampunk verglichen, das sich auf viktorianische Dampfkraft konzentriert. Der Autor Scott Westerfeld merkt an, dass der Erste Weltkrieg eine Trennlinie markiert, an der Optimismus in Pessimismus umschlägt, was Dieselpunk dunkler und stärker mit industriellem Grauen und Themen wie dem Nationalsozialismus beschäftigt macht. Die Wissenschaftlerin Jennifer McStotts betrachtet die Genres als enge Verwandte, wobei Steampunk mit viktorianischer Industrialisierung und Dieselpunk mit den Weltkriegen verbunden ist. Der Herausgeber Gary K. Wolfe unterscheidet sie ebenfalls durch das Setting: viktorianische Ära für Steampunk, Zwischenkriegszeit für Dieselpunk. Iolanda Ramos, Assistenzprofessorin an der NOVA-Universität Lissabon, betont Dieselpunks Abhängigkeit von „dem Schmiermittel kraftstoffbetriebener Maschinen und der Art-Deco-Bewegung“ sowie einer „Noir-Atmosphäre“.

Visuelle Merkmale

Dieselpunk-Visuals sind durch eine Verschmelzung von Art-Deco-Geometrie, aerodynamischer Stromlinienform und industriellem Verfall definiert. Häufige Elemente umfassen:

  • Art-Deco-Architektur: Geradlinige Linien, Chromakzente und geometrische Muster, wie sie in Gebäuden wie dem Chrysler Building zu sehen sind.
  • Retro-futuristische Technologie: Zeppeline, stromlinienförmige Züge, Propellerflugzeuge und klobige Roboter aus genietetem Metall.
  • Noir-Atmosphäre: Kontrastreiche Beleuchtung, Schatten, regennasse Straßen und eine düstere, pessimistische Stimmung.
  • Militärästhetik: Uniformen, Gasmasken und Waffen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, oft mit fantastischen Elementen neu interpretiert.
  • Jazz-Ära-Kultur: Speakeasys, Flapper-Mode und der Einfluss von Jazz- und Swingmusik.

Die Ästhetik wird oft als „Decodence“ beschrieben, ein Kofferwort aus „Art Deco“ und „Dekadenz“, geprägt vom Online-Magazin Never Was. Decodence umarmt die Stile und Technologien der Epoche und erfreut sich an einer verlängerten Jazz-Ära-Atmosphäre voller Enthusiasmus und Hoffnung auf die Zukunft.

Historische und künstlerische Einflüsse

Obwohl der Begriff 2001 geprägt wurde, stützt sich Dieselpunks visuelle Sprache auf Kunstbewegungen der Diesel-Ära, darunter Abstrakter Expressionismus, Bauhaus, Konstruktivismus, Kubismus, Dada, De Stijl, Futurismus, Internationaler Stil und Surrealismus. Musikalische Einflüsse umfassen Blues, Jazz, Ragtime, Kabarett, Big Band, Swing und Bluegrass. Literarische Einflüsse umfassen Symbolismus, Bewusstseinsstrom, Moderne, Pulp-Fiction, Hardboiled-Detektiv und Noir.

Tome Wilson, Schöpfer der Website Dieselpunks, stellte fest, dass der Begriff rückwirkend auf einen bestehenden Trend in der Literatur angewendet wurde, der manchmal als „Low-Brow-Pop-Surrealismus“ bezeichnet wird. Autoren vermischten traditionelle Tropen wie Pulp-Abenteuer und Film Noir mit zeitgenössischen Ästhetiken und schufen Geschichten, in denen Figuren wie Sam Spade in einer Welt mit Smartphones existieren oder John Dillinger ein Schwebefahrzeug nutzt. Diese Verschmelzung von Vergangenheit und Zukunft ist ein Markenzeichen der postmodernen Sensibilität von Dieselpunk.

In Belletristik und Literatur

Dieselpunk-Fiktion erkundet oft alternative Geschichte und Themen des Zweiten Weltkriegs. Bemerkenswerte Werke umfassen Len Deightons SS-GB, Philip K. Dicks Das Orakel vom Berge, Robert Harris‘ Fatherland, Philip Roths Verschwörung gegen Amerika, Guy Savilles The Afrika Reich, Harry Turtledoves The War That Came Early-Serie und Jo Waltons Farthing. Weitere Beispiele sind Hugh Ashtons Red Wheels Turning, David Bishops Fiends of the Eastern Front, Anders Blixts The Ice War, Larry Correi as Hard Magic, Richard Kadreys The Grand Dark und J.W. Szczepaniaks Beyond Aukfontein.

Zwei Hauptthemen wurden vom Online-Magazin The Flying Fortress identifiziert: Ottensianisch und Piecraftianisch. Ottensianischer Dieselpunk konzentriert sich auf die Zwischenkriegszeit und betont Art Deco und optimistischen Futurismus, während piecraftianischer Dieselpunk den Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt stellt, oft mit dunkleren, stärker militaristischen Elementen. Diese Unterteilung hilft Schöpfern und Kritikern, Werke innerhalb des Genres zu kategorisieren.

In bildender Kunst und Film

Dieselpunk hat bildende Kunst, Film und Fotografie beeinflusst, oft durch retro-futuristische Bildsprache. Filme wie Brazil (1985), The Rocketeer (1991) und Sky Captain and the World of Tomorrow (2004) werden häufig als Dieselpunk oder Dieselpunk-inspiriert zitiert, obwohl sie vor der Prägung des Begriffs entstanden. Der visuelle Stil des Genres wurde von Künstlern übernommen, die Art Deco mit Science-Fiction verbinden und so einen unverwechselbaren Look schaffen, der sowohl nostalgisch als auch futuristisch ist.

In Fotografie und digitaler Kunst ist Dieselpunk durch Sepiatöne, hohen Kontrast und einen Fokus auf Maschinerie und urbane Umgebungen gekennzeichnet. Die Ästhetik wird oft verwendet, um ein Gefühl alternativer Geschichte hervorzurufen, in der die 1930er und 1940er Jahre mit fortschrittlicher Technologie neu imaginiert werden.

In KI-Bild- und Video-Prompts

Im Kontext von Generative AI und Prompt-Engineering ist Dieselpunk ein beliebtes Schlüsselwort für KI-Bild- und Videogenerierung. Prompt-Autoren rufen es hervor, indem sie Begriffe wie „Dieselpunk“, „Art Deco“, „Noir-Atmosphäre“, „Retro-futuristisch“, „Zwischenkriegszeit“ und „Technologie des Zweiten Weltkriegs“ einbeziehen. Modelle wie Stable Diffusion und Midjourney reagieren auf diese Hinweise, indem sie Bilder mit spezifischen visuellen Elementen erzeugen, wie zum Beispiel:

  • Stromlinienförmige Züge und Zeppeline
  • Verchromte Roboter und Maschinen
  • Figuren in zeitgenössischer Kleidung (Fedoras, Trenchcoats, Flapper-Kleider)
  • Dunkle, stimmungsvolle Beleuchtung mit Neon- oder Glühlampenakzenten
  • Architektonische Details wie geometrische Fassaden und Sonnenstrahlenmotive

Um einen Dieselpunk-Look zu erzielen, kombinieren Prompt-Autoren oft Stilbeschreibungen mit dem Motiv, z. B. „eine Dieselpunk-Stadtstraße mit Art-Deco-Gebäuden und einem Flugauto, Noir-Beleuchtung“. Sie können auch die Epoche (z. B. „1930er Jahre“) und die Stimmung (z. B. „pessimistisch“, „rau“) angeben. Der Begriff wird oft mit verwandten Stilen wie Steampunk oder Cyberpunk kombiniert, um hybride Ästhetiken zu schaffen.

Bemerkenswerte Praktiker und Gemeinschaften

Obwohl Dieselpunk keinen einzelnen kanonischen Künstler hat, haben mehrere Schöpfer und Gemeinschaften seine Identität geprägt. Tome Wilsons Website Dieselpunks (inzwischen eingestellt) war ein Zentrum für Enthusiasten, und das Online-Magazin Never Was erkundet weiterhin die Dieselpunk-Kultur. Autoren wie Scott Westerfeld und Philip K. Dick haben zum literarischen Kanon des Genres beigetragen, auch wenn sie den Begriff nicht verwendeten. In der KI-Kunstgemeinschaft ist Dieselpunk ein weit verbreitetes Tag auf Plattformen wie Together AI und Halcyon, wo Benutzer generierte Bilder und Prompts teilen.

Fazit

Dieselpunk ist eine vielseitige Ästhetik, die historische Nostalgie und futuristische Spekulation verbindet. Seine Betonung von Art Deco, Noir und Dieseltechnologie macht ihn zu einer reichen Inspirationsquelle für Künstler, Autoren und KI-Prompt-Enthusiasten. Während sich Generative AI weiterentwickelt, bleibt Dieselpunk ein beliebter Stil zur Schaffung immersiver, retro-futuristischer Welten, die die Auswirkungen von Technologie auf die menschliche Psyche hinterfragen.

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