Aus dem Englischen übersetzt

Sir Demis Hassabis (geboren am 27. Juli 1976) ist ein britischer KI-Forscher und Unternehmer, Mitbegründer und Vorsitzender von Google DeepMind, Chefwissenschaftler von Alphabet und CEO von Isomorphic Labs. Er gewann 2024 den Nobelpreis für Chemie zusammen mit John M. Jumper für die KI-basierte Vorhersage von Proteinstrukturen.

Sir Demis Hassabis (geboren am 27. Juli 1976) ist ein britischer Forscher auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und Unternehmer. Er ist Vorsitzender und Mitbegründer von Google DeepMind, leitender Wissenschaftler von Alphabet sowie Geschäftsführer und Mitbegründer von Isomorphic Labs. Im Jahr 2024 wurden Hassabis und John M. Jumper gemeinsam mit dem Nobelpreis für Chemie für ihre KI-Forschungsbeiträge zur Vorhersage von Proteinstrukturen ausgezeichnet. Er ist außerdem KI-Berater der britischen Regierung und Fellow der Royal Society.

Hassabis' Karriere umfasst Videospieldesign, kognitive Neurowissenschaften und KI-Forschung. Er gründete das Spielestudio Elixir Studios, führte einflussreiche Forschung zu Gedächtnis und Vorstellungskraft durch und war 2010 Mitbegründer von DeepMind, das 2014 von Google übernommen wurde. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Breakthrough Prize, der Canada Gairdner International Award und der Lasker Award. 2017 wurde er zum CBE ernannt und 2024 für seine Verdienste um die KI zum Ritter geschlagen.

Frühes Leben und Ausbildung

Hassabis wurde als Sohn von Costas und Angela Hassapis geboren. Sein Vater ist griechischer Zypriote und seine Mutter ist chinesische Singapurerin. Er wuchs in Nordlondon auf. Sein ursprünglicher Nachname war „Hassapis" (griechisch: Χασάπης), was auf Griechisch „Metzger" bedeutet, aber er änderte ihn später in Hassabis. Einer seiner jüngeren Brüder trägt noch immer den ursprünglichen Nachnamen.

Als Wunderkind im Schach ab dem Alter von vier Jahren erreichte Hassabis im Alter von 13 Jahren Meisterstandard mit einer Elo-Zahl von 2300 und führte viele englische Junioren-Schachmannschaften als Kapitän an. Er vertrat die Universität Cambridge in den Oxford-Cambridge-Universitätsschachwettbewerben von 1995, 1996 und 1997 und gewann ein halbes Blue. Er begann sich erstmals für Technologie zu interessieren, nachdem er 1984 seinen ersten Computer, einen ZX Spectrum 48K, mit Schachgewinnen finanziert und gekauft hatte. Er brachte sich das Programmieren aus Büchern selbst bei und schrieb sein erstes KI-Programm auf einem Commodore Amiga, um das Brettspiel Reversi zu spielen.

Zwischen 1988 und 1990 besuchte Hassabis die Queen Elizabeth's School in Barnet, eine Jungengrammatikschule in Nordlondon. Anschließend wurde er ein Jahr lang von seinen Eltern zu Hause unterrichtet, bevor er am Christ's College in East Finchley studierte. Er schloss seine A-Level-Prüfungen zwei Jahre früher im Alter von 16 Jahren ab.

Bullfrog Productions

Da die Universität Cambridge wegen seines jungen Alters ein Gap Year verlangte, begann Hassabis seine Karriere in der Computerspielbranche bei Bullfrog Productions, nachdem er an einem „Win-a-job-at-Bullfrog"-Wettbewerb des Magazins Amiga Power teilgenommen hatte. Er begann mit dem Testen von Syndicate und entwarf und programmierte dann im Alter von 17 Jahren das Spiel Theme Park von 1994 als Co-Designer und leitender Programmierer zusammen mit dem Designer Peter Molyneux. Theme Park, ein Simulationsvideospiel, verkaufte sich mehrere Millionen Mal und inspirierte ein Genre von Simulations-Sandbox-Spielen. Obwohl ihm eine siebenstellige Summe angeboten wurde, um in der Spieleindustrie zu bleiben, lehnte er ab. Er verdiente genug während seines Gap Years, um sein Studium selbst zu finanzieren.

Universität Cambridge

Hassabis verließ Bullfrog, um am Queens' College in Cambridge zu studieren, wo er den Computer Science Tripos abschloss und 1997 mit einem Double First graduierte.

Lionhead und Elixir Studios

Nach seinem Abschluss arbeitete Hassabis bei Lionhead Studios, wo Peter Molyneux das Unternehmen kürzlich gegründet hatte. Bei Lionhead war Hassabis leitender KI-Programmierer für das Gottspiel Black & White von 2001.

Hassabis verließ Lionhead 1998, um Elixir Studios zu gründen, einen unabhängigen Spieleentwickler mit Sitz in London, und schloss Verlagsverträge mit Eidos Interactive, Vivendi Universal und Microsoft ab. Neben der Leitung des Unternehmens war er ausführender Designer der Spiele Republic: The Revolution und Evil Genius. Beide erhielten BAFTA-Nominierungen für ihre interaktiven Musikpartituren, die von James Hannigan erstellt wurden.

Die Veröffentlichung von Republic: The Revolution, einem äußerst ambitionierten politischen Simulationsspiel, verzögerte sich aufgrund seines großen Umfangs, der eine KI-Simulation eines gesamten fiktiven Landes beinhaltete. Das endgültige Spiel wurde gegenüber der ursprünglichen Vision reduziert und erhielt lauwarme Kritiken mit einem Metacritic-Score von 62/100. Evil Genius, eine augenzwinkernde Austin-Powers-Parodie, schnitt mit einem Score von 75/100 besser ab. Im April 2005 wurden die Rechte an geistigem Eigentum und Technologie an verschiedene Verlage verkauft, und das Studio wurde geschlossen.

Neurowissenschaftliche Forschung

Nach Elixir Studios kehrte Hassabis in die akademische Welt zurück, um 2009 seinen PhD in kognitiver Neurowissenschaft am UCL Queen Square Institute of Neurology unter der Aufsicht von Eleanor Maguire zu erlangen. Er suchte Inspiration im menschlichen Gehirn für neue KI-Algorithmen. Er setzte seine neurowissenschaftliche und KI-Forschung als Gastwissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Labor von Tomaso Poggio und an der Harvard University fort, bevor er 2009 ein Henry-Wellcome-Postdoktoranden-Forschungsstipendium an der Gatsby Computational Neuroscience Unit am UCL erhielt, wo er mit Peter Dayan zusammenarbeitete.

Auf dem Gebiet der Vorstellungskraft, des Gedächtnisses und der Amnesie veröffentlichte Hassabis mehrere einflussreiche Arbeiten in Nature, Science, Neuron und PNAS als Koautor. Seine erste akademische Arbeit, veröffentlicht in PNAS, zeigte systematisch zum ersten Mal, dass Patienten mit Schäden am Hippocampus, die bekanntermaßen Amnesie verursachen, auch nicht in der Lage waren, sich selbst in neuen Erfahrungen vorzustellen. Diese Erkenntnis stellte eine Verbindung zwischen dem konstruktiven Prozess der Vorstellungskraft und dem rekonstruktiven Prozess des episodischen Gedächtnisabrufs her. Basierend auf dieser Arbeit und einer Folgestudie mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) entwickelte Hassabis eine neue theoretische Darstellung des episodischen Gedächtnissystems, wobei er die Szenenkonstruktion als Schlüsselprozess identifizierte, der sowohl dem Gedächtnisabruf als auch der Vorstellungskraft zugrunde liegt. Diese Arbeit erhielt breite Medienberichterstattung und wurde von der Zeitschrift Science in die Top 10 der wissenschaftlichen Durchbrüche des Jahres aufgenommen. Er verallgemeinerte diese Ideen später, um das Konzept einer „Simulationsmaschine des Geistes" voranzutreiben, deren Rolle darin bestand, Ereignisse und Szenarien zu imaginieren, um eine bessere Planung zu unterstützen.

DeepMind und Google DeepMind

Hassabis ist Geschäftsführer und Mitbegründer von DeepMind, einem maschinelles Lernen KI-Startup, das 2010 in London mit Shane Legg und Mustafa Suleyman gegründet wurde. Hassabis lernte Legg kennen, als beide Postdoktoranden an der Gatsby Computational Neuroscience Unit waren, und er und Suleyman waren durch die Familie befreundet. Er rekrutierte auch seinen Universitätsfreund und Elixir-Partner David Silver. Die Mission von DeepMind ist es, „Intelligenz zu lösen" und dann Intelligenz zu nutzen, „um alles andere zu lösen". Konkret zielt DeepMind darauf ab, Erkenntnisse aus der Systemneurowissenschaft mit Fortschritten im Deep Learning zu kombinieren, um leistungsstarke allgemeine Lernalgorithmen zu entwickeln.

DeepMind erlangte 2016 internationale Aufmerksamkeit, als sein Programm AlphaGo den Weltmeister Lee Sedol im Brettspiel Go besiegte, eine Leistung, die zuvor als ein Jahrzehnt entfernt galt. Weitere Meilensteine folgten, darunter AlphaFold, das Proteinstrukturen mit hoher Genauigkeit vorhersagte, und AlphaZero, das Schach, Go und Shogi durch Selbstspiel meisterte. 2014 übernahm Google DeepMind, und 2023 wurde die Einheit mit Google Brain zu Google DeepMind zusammengelegt, mit Hassabis als Vorsitzendem. Er dient auch als leitender Wissenschaftler von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google.

Isomorphic Labs und jüngste Arbeiten

Im Jahr 2021 gründete Hassabis Isomorphic Labs mit, ein Unternehmen, das sich auf die Anwendung von KI in der Arzneimittelforschung konzentriert, und ist dessen Geschäftsführer. Das Unternehmen zielt darauf ab, Fortschritte von AlphaFold zu nutzen, um die pharmazeutische Forschung zu beschleunigen. Im Jahr 2024 wurden Hassabis und John M. Jumper mit dem Nobelpreis für Chemie für ihre KI-Forschungsbeiträge zur Vorhersage von Proteinstrukturen ausgezeichnet, insbesondere für die Entwicklung von AlphaFold2. Diese Arbeit wurde weithin als Durchbruch in der Biologie anerkannt, da sie es Forschern ermöglicht, die 3D-Strukturen von Proteinen aus ihren Aminosäuresequenzen vorherzusagen.

Hassabis war auch KI-Berater der britischen Regierung und gab Anleitung zu KI-Politik und -Sicherheit. Er hat sich lautstark für verantwortungsvolle KI-Entwicklung eingesetzt und betont die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen, da KI-Systeme leistungsfähiger werden. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Ehrungen anerkannt, darunter der Breakthrough Prize, der Canada Gairdner International Award und der Lasker Award. 2017 wurde er zum CBE ernannt und 2024 zum Ritter geschlagen. Er wurde 2017 und 2025 in die Time 100 der einflussreichsten Menschen der Welt aufgenommen und war einer der „Architekten der KI", die gemeinsam zur Person des Jahres 2025 des Time-Magazins gewählt wurden.

Auszeichnungen und Ehrungen

Hassabis hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Forschungs- und Unternehmerarbeit erhalten. Dazu gehören der Breakthrough Prize in Life Sciences (2023), der Canada Gairdner International Award (2023) und der Lasker Award (2023). Er wurde 2018 zum Fellow der Royal Society gewählt. 2017 wurde er zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt, und 2024 wurde er für seine Verdienste um die KI zum Ritter geschlagen. Seine Aufnahme in die Time-100-Listen und die Anerkennung als Person des Jahres 2025 unterstreichen seinen globalen Einfluss auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz.

Persönliches Leben

Hassabis ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat über seine Leidenschaft für Schach und Spiele gesprochen, die sein frühes Interesse an KI beeinflusste. Er bleibt in der KI-Forschungsgemeinschaft aktiv, spricht häufig auf Konferenzen und arbeitet mit akademischen Institutionen zusammen. Seine Arbeit prägt weiterhin die Richtung der KI-Forschung, insbesondere in Bereichen, die neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit Techniken des maschinellen Lernens kombinieren.

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