Aus dem Englischen übersetzt

Celonis SE ist ein deutsches Softwareunternehmen, das 2011 gegründet wurde und SaaS-Lösungen für [[process-mining|Process Mining]] und [[execution-management|Execution Management]] anbietet. Der Hauptsitz befindet sich in München, mit einem weiteren Standort in New York. Das Unternehmen nutzt KI, um Geschäftsprozesse zu analysieren und zu optimieren.

Celonis SE ist ein deutsches Datenverarbeitungsunternehmen, das Software as a Service (SaaS) zur Verbesserung von Geschäftsprozessen anbietet. Der Hauptsitz befindet sich in München, Deutschland, mit einem zweiten Hauptsitz in New York, USA. Das Unternehmen ist auf Process Mining spezialisiert und nutzt Datenanalysen, um Ineffizienzen in organisatorischen Arbeitsabläufen zu identifizieren. Es hat sich zudem auf Execution Management mit Funktionen künstlicher Intelligenz ausgeweitet.

Celonis wurde 2011 von Alex Rinke, Bastian Nominacher und Martin Klenk als Ausgründung der Technischen Universität München (TUM) gegründet. Die drei Gründer hatten zuvor im Rahmen von Beratungsprojekten bei Academy Consult, Münchens größter studentischer Unternehmensberatung, interne Serviceprozesse für den Bayerischen Rundfunk analysiert. 2012 trat Celonis dem SAP Startup Focus Programm bei, einem Accelerator für Analyse-Startups, die auf der SAP-HANA-Plattform aufbauen.

Geschichte und Wachstum

Im Juli 2015 unterzeichnete Celonis eine Reseller-Vereinbarung mit SAP und war damit das erste Unternehmen aus dem SAP Startup Focus Programm, das dies tat. Das Produkt wird seitdem von SAP als Celonis Process Mining by SAP angeboten. Diese Partnerschaft trug dazu bei, Celonis als Marktführer im Bereich Process Mining zu etablieren, einem Markt, der schnell wuchs, da Unternehmen ihre Abläufe digitalisieren und optimieren wollten.

Die Finanzierungsentwicklung des Unternehmens spiegelt seine rasche Expansion wider. Im Juni 2016 erhielt Celonis 27,5 Millionen US-Dollar in einer Series-A-Finanzierungsrunde unter der Leitung von 83North und Accel. Eine Series-B-Runde über 50 Millionen US-Dollar folgte im Juni 2018 und bewertete das Unternehmen mit 1 Milliarde US-Dollar. Im November 2019 schloss Celonis eine Series-C-Finanzierung über 290 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar ab. Im Juni 2021 sammelte das Unternehmen 1 Milliarde US-Dollar in einer Series-D-Investitionsrunde ein, erreichte eine Bewertung von 11 Milliarden US-Dollar und wurde laut Forbes zum wertvollsten Startup Deutschlands. Im August 2022 führte der staatliche Investmentfonds Katars, die Qatar Investment Authority, eine Series-D-Erweiterung über 400 Millionen US-Dollar an, wodurch sich die gesamte Series D auf 1,4 Milliarden US-Dollar und die Unternehmensbewertung auf etwa 13 Milliarden US-Dollar erhöhte.

Übernahmen und Plattform-Erweiterung

Celonis ist durch strategische Übernahmen gewachsen, um seine Technologie zu erweitern. Im April 2019 kaufte es das belgische Softwareunternehmen Banyas für einen nicht genannten Betrag und integrierte dessen Technologie, um eine Echtzeit-Konnektivität zu SAP zu ermöglichen. Im Oktober 2020 erwarb Celonis das tschechische Software-Startup Integromat.com für über 100 Millionen US-Dollar; Integromat, später in Make umbenannt, verkauft eine Integrationsplattform als Dienstleistung (iPaaS). Im Oktober 2021 übernahm Celonis Lenses.io, ein in London und Athen ansässiges Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern, das sich auf Echtzeit-Streaming-Datentools spezialisiert hat. Im März 2022 kaufte Celonis die Process Analytics Factory GmbH (PAF), ein in Darmstadt ansässiges Unternehmen, das Process-Mining-Einblicke innerhalb der Microsoft Power Platform bereitstellt, für 100 Millionen US-Dollar.

Produkte und KI-Integration

Im Oktober 2020 startete Celonis sein Execution Management System (EMS), ein Prozessanalysetool, das über Process Mining hinausgeht und Organisationen hilft, Maßnahmen gegen identifizierte Ineffizienzen zu ergreifen. Die Plattform integriert sich in Unternehmenssysteme wie SAP und Microsoft und umfasst zunehmend Funktionen für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um Prozessengpässe vorherzusagen und Verbesserungen zu empfehlen. Das EMS umfasst Module für Process Mining, Task Mining und Prozessautomatisierung und positioniert Celonis im breiteren Trend von generativer KI in Unternehmenssoftware.

Die KI-Funktionen von Celonis nutzen Technologien großer Sprachmodelle, um natürliche Sprachschnittstellen für Geschäftsanwender bereitzustellen, die es ihnen ermöglichen, Prozessdaten abzufragen und umsetzbare Erkenntnisse zu erhalten. Dies steht im Einklang mit Entwicklungen bei Transformer-Architekturen, die von Forschern an Institutionen wie Google DeepMind und OpenAI Pionierarbeit geleistet haben, wobei Celonis diese Techniken jedoch auf proprietäre Betriebsdaten anwendet und nicht auf allgemeine Textgenerierung.

Anerkennung und Zukunftsaussichten

Im Jahr 2025 debütierte Celonis auf Platz 3 der Fortune Future 50 Liste und wurde als eines der vielversprechendsten Unternehmen der Welt für langfristiges Wachstum anerkannt. Bis 2026 hatte das Unternehmen insgesamt etwa 1,77 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln eingeworben und wurde auf geschätzte 11–13 Milliarden US-Dollar bewertet. Celonis galt weithin als IPO-Kandidat, wobei eine Börsennotierung für 2026 erwartet wurde, da sich das Unternehmen vor einem möglichen öffentlichen Börsengang in den USA auf Rentabilität und Plattform-Erweiterung konzentrierte.

Das Unternehmen agiert in einer wettbewerbsintensiven Landschaft, die andere Process-Mining-Anbieter und breitere Unternehmenssoftware-Akteure umfasst, aber seine frühe Partnerschaft mit SAP und kontinuierliche Investitionen in KI haben dazu beigetragen, seine Marktposition zu halten. Celonis' Fokus auf Execution Management stellt einen Wandel von passiver Analyse zu aktiver Prozessverbesserung dar, eine Richtung, die mit Branchentrends hin zu Datenaugmentierung und Echtzeit-Betriebsintelligenz übereinstimmt.

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