Aus dem Englischen übersetzt

Aleph Alpha ist ein deutsches KI-Startup, das große Sprachmodelle entwickelt, mit einem Fokus auf Transparenz und europäische Souveränität, und Unternehmen sowie Regierungsbehörden bedient.

Aleph Alpha GmbH ist ein deutsches Startup für künstliche Intelligenz (KI), das große Sprachmodelle (LLMs) mit einem Schwerpunkt auf Transparenz und europäischer digitaler Souveränität entwickelt. Das Unternehmen bedient vor allem Unternehmen und staatliche Behörden und bietet KI-Lösungen, die Erklärbarkeit und Datenschutz priorisieren. Aleph Alpha ist bekannt für seine proprietäre Luminous-Modellfamilie und seine Beteiligung an europäischen KI-Initiativen.

Geschichte

Aleph Alpha wurde 2019 von Jonas Andrulis und Samuel Weinbach gegründet. Das Unternehmen agierte zunächst als forschungsgetriebenes Startup und konzentrierte sich auf die Entwicklung grundlegender KI-Modelle, die auf europäische Sprachen und regulatorische Anforderungen zugeschnitten sind. 2020 sicherte sich Aleph Alpha 5,3 Millionen Euro an Startkapital, was die frühe Entwicklung seiner Modelle und Infrastruktur unterstützte.

2021 sammelte das Unternehmen in einer zweiten Finanzierungsrunde weitere 23 Millionen Euro ein, unterstützt von mehreren europäischen Risikokapitalgesellschaften. Im selben Jahr führte Aleph Alpha Multimodalität ein, die es seinen Modellen ermöglicht, Text- und Bildeingaben zu verarbeiten und zu kombinieren. Bis 2022 erweiterte das Unternehmen diese Fähigkeit, um Bilder aus multimodalen Eingaben zu generieren, eine Funktion, die auf der NeurIPS-2023-Konferenz unter dem Namen „Multifusion" vorgestellt wurde.

Im November 2023 kündigte Aleph Alpha eine bedeutende Finanzierungsrunde an, die gemeinsam von den deutschen Unternehmen Schwarz Gruppe und Dieter-Schwarz-Stiftung geleitet wurde, mit Beteiligung des Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI), Bosch, SAP, Hubert Burda Media, Christ&Company und Hewlett Packard Enterprise. Die Runde wurde öffentlich als Einwerbung von 500 Millionen US-Dollar berichtet. Spätere Untersuchungen der Fachpresse ergaben jedoch, dass die tatsächliche Eigenkapitalfinanzierung nur 110 Millionen Euro betrug. Der verbleibende Betrag umfasste 300 Millionen Euro an Forschungsförderung für die Tochtergesellschaft Aleph Alpha Research und 60 Millionen Euro an Auftragszusagen. Das interne Umsatzziel des Unternehmens für 2023 lag bei 6 Millionen US-Dollar, aber laut dem Jahresabschluss 2023 erzielte Aleph Alpha weniger als 1 Million Euro Umsatz und verzeichnete einen Verlust von 18,9 Millionen Euro.

Im April 2024 kündigten Aleph Alpha und das kanadische KI-Unternehmen Cohere Pläne zur Fusion an. Der Deal, der das kombinierte Unternehmen mit 20 Milliarden US-Dollar bewertete, wurde von der deutschen Regierung, insbesondere dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, unterstützt. Die Fusion zielte darauf ab, die europäischen KI-Fähigkeiten zu stärken und der Dominanz US-amerikanischer KI-Unternehmen entgegenzuwirken. Die Schwarz Gruppe stimmte im Rahmen der Transaktion auch einer Investition von 600 Millionen US-Dollar in Cohere zu. Die Bedingungen des Deals wurden nicht vollständig offengelegt, aber eine anonyme Quelle teilte der New York Times mit, dass sich das kombinierte Unternehmen auf Unternehmens- und Regierungskunden konzentrieren würde.

Technologie und Modelle

Aleph Alpha entwickelte sein eigenes KI-Sprachmodell Luminous, basierend auf proprietärer Forschung und Codebasis. Luminous basiert auf der Architektur generativer vortrainierter Transformer (GPT) und verwendet Techniken des selbstüberwachten Lernens. Das Modell ist darauf ausgelegt, die von GPT-Modellen erlernten Muster sichtbar und steuerbar zu machen und damit das „Black-Box"-Problem zu adressieren, das oft mit generativer KI verbunden ist. Diese Transparenz soll Nutzern helfen, die Begründungen hinter den Ausgaben des Modells zu verstehen und zu verifizieren, was besonders für die regulatorische Compliance in Sektoren wie öffentlicher Verwaltung und Finanzen wichtig ist.

Für das Training seiner Basismodelle nutzt Aleph Alpha das HPE Machine Learning Development System, eine Hochleistungsrechenplattform von Hewlett Packard Enterprise. Diese Infrastruktur ermöglicht es dem Unternehmen, groß angelegte Modelle effizient zu trainieren und gleichzeitig Datensicherheit und -souveränität zu wahren.

Anwendungen und Partnerschaften

Die Technologie von Aleph Alpha wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen und Rechtsdienstleistungen. Ein bemerkenswerter Kunde ist die Stadt Heidelberg, die das Lumi-System von Aleph Alpha für Bürgerinformationsdienste nutzt. Lumi liefert automatisierte Antworten auf Bürgeranfragen und nutzt dabei die mehrsprachigen und multimodalen Fähigkeiten des Modells.

Das Unternehmen kooperiert mit akademischen Einrichtungen wie der Universität Duisburg-Essen und der Technischen Universität Darmstadt bei Forschungsprojekten. Aleph Alpha beteiligt sich auch an Open-Source-KI-Initiativen, einschließlich EleutherAI, und trägt zur Entwicklung transparenter und zugänglicher KI-Modelle bei.

Zusätzlich zu seiner Partnerschaft mit Hewlett Packard Enterprise ist Aleph Alpha nicht-exklusive Partnerschaften mit SAP eingegangen und integriert seine Modelle in Unternehmenssoftwarelösungen. Diese Kooperationen zielen darauf ab, souveräne KI-Fähigkeiten für europäische Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors bereitzustellen.

Europäische KI-Landschaft

Aleph Alpha wird oft als Schlüsselakteur in den europäischen Bemühungen um digitale Souveränität in der KI positioniert. Der Fokus des Unternehmens auf Transparenz und Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unterscheidet es von vielen US-amerikanischen KI-Anbietern. Die Modelle von Aleph Alpha sind für den Einsatz vor Ort (On-Premises) oder in privaten Clouds konzipiert, sodass Kunden die Kontrolle über ihre Daten behalten können.

Die Fusion mit Cohere, einem kanadischen Unternehmen mit starkem Unternehmensfokus, wird als strategischer Schritt gesehen, um einen größeren europäisch-zentrierten KI-Akteur zu schaffen. Das kombinierte Unternehmen zielt darauf ab, mit großen US-KI-Labors wie OpenAI und Anthropic zu konkurrieren und gleichzeitig Bedenken hinsichtlich Datenschutz und regulatorischer Ausrichtung zu adressieren.

Siehe auch

Referenzen

  1. Maximilian Sachse: „Ramin Mirza: Aleph Alpha rüstet im Vertrieb auf." Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2023-07-05 (auf Deutsch). Abgerufen am 2023-11-11.
  2. Ulrich Hottelet: „Interview: Aleph Alpha fordert vertrauenswürdige KI mit europäischen Werten." heise online, 2023-06-24 (auf Deutsch). Abgerufen am 2023-11-11.
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