Aus dem Englischen übersetzt

Deutsch-amerikanischer Informatiker, der das Siegerteam der DARPA Grand Challenge 2005 leitete, Googles Projekt zum selbstfahrenden Auto gründete und die Online-Bildungsplattform Udacity mitbegründete.

Sebastian Thrun (geboren am 14. Mai 1967 in Solingen, Westdeutschland) ist ein Informatiker, der als einer der Gründungsväter der praktischen Forschung zu autonomen Fahrzeugen gilt und einen bedeutenden Beitrag zur Online-KI-Bildung geleistet hat. Er promovierte an der Universität Bonn, bevor er in die Vereinigten Staaten zog, wo er Professuren an der Carnegie Mellon University und später an der Stanford University innehatte.

DARPA Grand Challenge

Thrun leitete das Rennteam der Stanford University bei der DARPA Grand Challenge, einem von der US-Regierung gesponserten Wettbewerb für autonome Fahrzeuge, die ohne menschliches Eingreifen durch Wüstengelände navigieren sollten. Nach einem Wettbewerb im Jahr 2004, bei dem kein Team die Strecke absolvierte, trat Thruns Team im Oktober 2005 mit einem modifizierten Volkswagen Touareg an und gewann, wobei es die 132 Meilen lange Strecke in weniger als sieben Stunden bewältigte. Der Sieg wurde weithin als wegweisende Demonstration dafür gefeiert, dass selbstfahrende Fahrzeuge technisch machbar waren, unter Verwendung von Techniken, die probabilistisches Denken, Sensorfusion und maschinelles Lernen kombinierten und die Thrun in seiner früheren Robotik-Forschung entwickelt hatte.

Google und selbstfahrende Autos

Nach dem Sieg bei der Grand Challenge wechselte Thrun zu Google, wo er half, Google X, das experimentelle Forschungslabor des Unternehmens, mitzugründen, und ab etwa 2009 die Entwicklung dessen leitete, was zum Google-Selbstfahrauto-Projekt wurde. Diese Bemühungen wurden später als Waymo ausgegliedert, eines der fortschrittlichsten Selbstfahrauto-Programme Mitte der 2020er Jahre. Thrun trug während seiner Zeit bei dem Unternehmen auch zu Google Street View bei.

Udacity und Online-Bildung

Im Jahr 2011 unterrichtete Thrun gemeinsam einen kostenlosen Online-Kurs über künstliche Intelligenz an der Stanford University, an dem weltweit mehr als 160.000 Studierende teilnahmen, eine Erfahrung, der weithin zugeschrieben wird, die moderne Bewegung der Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, mitangestoßen zu haben. Er verließ seine Professur in Stanford im Jahr 2012, um Udacity mitzugründen, eine Online-Bildungsplattform, die sich auf Technologie und später auf Lehrpläne für KI- und Selbstfahrauto-Ingenieurwesen konzentrierte, mit dem Ziel, fortgeschrittene technische Bildung außerhalb traditioneller Universitätsumgebungen zugänglich zu machen.

Rezeption

Thrun wird allgemein als pragmatische, ingenieursorientierte Figur in der KI angesehen, im Gegensatz zu Forschern, deren öffentliches Profil sich auf langfristige Risiken oder philosophische Fragen zur künstlichen allgemeinen Intelligenz konzentriert. Seine Arbeit wird häufig als Wendepunkt zitiert, der autonome Fahrzeuge von einer akademischen Kuriosität zu einem ernsthaften kommerziellen Ingenieursziel verschob und den Weg für spätere Investitionen sowohl traditioneller Automobilhersteller als auch neuer Marktteilnehmer ebnete. Einige Kritiker haben angemerkt, dass der Zeitplan für vollständig autonome, unbeaufsichtigte selbstfahrende Autos, der in den Jahren nach der Grand Challenge versprochen wurde, sich als weitaus optimistischer erwies als das, was die Branche, einschließlich Thruns eigenem Waymo-Ableger, letztendlich lieferte.

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